Mark Ruffalo hat die Generalstaatsanwälte der US-Bundesstaaten eindringlich davor gewarnt, den Antitrust-Prozess gegen Paramount Skydance beizulegen. In einem Beitrag auf der Plattform X richtete er sich direkt an Rob Bonta, den Generalstaatsanwalt von Kalifornien: «Don't you dare, do not cave», schrieb Ruffalo. Er bezog sich damit auf die laufenden Verhandlungen über eine mögliche Einigung, die dem Medienunternehmen den Weg zur Übernahme von Warner Bros. Discovery ebnen könnte.
Ruffalo verwies auf die Unterstützung tausender Filmschaffender. «5.670 Filmschaffende haben ihren Hals riskiert», heißt es in seinem Beitrag. Die Zahl bezieht sich auf eine Gruppe von Branchenvertretern, die sich gegen die Fusion ausgesprochen haben. Der Schauspieler, der für seine Rolle als Hulk im Marvel-Universum bekannt ist, zählt seit Jahren zu den prominentesten Kritikern der zunehmenden Medienkonzentration in den USA.
Der Streit dreht sich um die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance, ein Unternehmen unter der Führung von David Ellison. Der Deal hat ein Volumen von 111 Milliarden US-Dollar und würde einen der größten Medienkonzerne der Welt schaffen. Eine Koalition aus zwölf Generalstaatsanwälten, angeführt von Kalifornien, hat deshalb ein kartellrechtliches Verfahren eingeleitet. In diesen Tagen verhandeln die Generalstaatsanwälte mit Paramount über eine mögliche gütliche Einigung.
Ruffalo forderte die Bevölkerung dazu auf, vor dem Büro des Generalstaatsanwalts in Oakland zu protestieren. «The people don't want it!», schrieb er. Damit griff er eine Formulierung auf, die in den vergangenen Monaten zu einem Slogan der Gegner des Zusammenschlusses geworden ist. Der Widerstand gegen die Fusion reicht über die Filmindustrie hinaus und umfasst auch Verbraucherschützer und Gewerkschaften.
Neben Ruffalo meldeten sich weitere prominente Stimmen zu Wort. Die Organisation «Block the Merger» und die Senatorin Elizabeth Warren kritisierten die Gespräche scharf. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen sie von einem «Sieg nur für David Ellison». Die Kritiker befürchten, dass durch die Fusion die Vielfalt der Medienlandschaft und die Unabhängigkeit von Nachrichtenangeboten gefährdet werden. Auch die Writers Guild of America, die Gewerkschaft der Drehbuchautoren, ist an den Verhandlungen beteiligt.
Die Auseinandersetzung fällt in eine Zeit, in der die Regulierung großer Medienunternehmen in den USA intensiv diskutiert wird. Der Ausgang des Verfahrens könnte weitreichende Folgen für den gesamten Unterhaltungssektor haben. Sollten sich die Generalstaatsanwälte auf einen Vergleich einlassen, wäre der Weg für die Übernahme frei. Kommt keine Einigung zustande, droht ein langwieriger Gerichtsprozess.
Ruffalo hat in der Vergangenheit mehrfach politisch Stellung bezogen und sich für progressive Anliegen eingesetzt. Sein Engagement gegen die Fusion ist Teil einer breiteren Bewegung, die sich gegen die Machtkonzentration weniger Konzerne in der Kultur- und Medienbranche richtet. Für die Generalstaatsanwälte bedeutet der öffentliche Druck eine zusätzliche Belastung in den laufenden Verhandlungen.
Ob die Appelle Wirkung zeigen, ist offen. Klar ist, dass die Gegner des Deals nicht bereit sind, kampflos aufzugeben. Die kommenden Tage dürften entscheidend dafür sein, ob der Zusammenschluss zustande kommt oder ob die Kartellbehörden den Widerstand aufrechterhalten.