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Christian Freuding wird neuer ranghöchster Soldat der Bundeswehr

Generalleutnant Christian Freuding soll als Nachfolger von Carsten Breuer Generalinspekteur der Bundeswehr werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die Personalie bekanntgegeben.

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Generalleutnant Christian Freuding wird neuer Generalinspekteur der Bundeswehr und damit ranghöchster Soldat der deutschen Streitkräfte. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat die Personalie in Berlin bekanntgegeben, wie das Ministerium bestätigte. Freuding tritt die Nachfolge von Carsten Breuer an, der zum Vorsitzenden des Militärausschusses der NATO gewählt wurde. Den Wechsel soll Freuding im Februar vollziehen. Unterschiedliche Angaben gibt es allerdings zum Jahr: Teils ist von 2026, teils von 2027 die Rede.

Der 55-Jährige bringt eine breite Laufbahn mit. Zuletzt war Freuding etwa ein Jahr lang Inspekteur des Heeres. Zuvor leitete er die Koordinierung der Unterstützung für die Ukraine und den neu geschaffenen Planungsstab von Minister Pistorius. Seine Arbeit im Zusammenhang mit der Ukraine verschaffte ihm, so die Berichterstattung, einen Einblick in den Verlauf des russischen Angriffskriegs. Von 2017 bis 2019 war Freuding Adjutant des Verteidigungsministers, danach kommandierte er die Panzerlehrbrigade in Munster. Im Generalstabslehrgang in Hamburg schloss er als Jahrgangsbester ab.

Pistorius lobte den designierten Generalinspekteur für sein ruhiges Urteilsvermögen, seine schnellen Entscheidungen und seine internationalen Netzwerke. Auch Thomas Röwekamp von der CDU, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag, bezeichnete Freuding als hervorragenden Offizier. Die Personalie fällt in eine Phase, in der die Bundeswehr vor großen Aufgaben steht. Derzeit zählt die Truppe rund 186.000 Soldatinnen und Soldaten. Ziel sind 260.000 aktive Soldaten sowie 200.000 Reservisten. Die politische Vorgabe verbindet sich damit mit der Frage, wie schnell sich die Personalstärke tatsächlich erhöhen lässt.

Zu Freudings künftigen Schwerpunkten gehört die Aufstellung des ersten Drohnenregiments des Heeres. Zudem hat er fünf Handlungsfelder benannt: elektromagnetische Kampfführung, unbemannte Systeme, Luftverteidigung, indirektes Feuer und Wirkung in die Tiefe. Ein Digitalisierungsprogramm im Umfang von mehreren Milliarden Euro ist bislang wegen technischer Probleme ins Stocken geraten. Die Beschaffungsprozesse werden deshalb überprüft, um bestehende Fähigkeitslücken zu schließen. Gerade bei Drohnen und Luftverteidigung zeigt sich, wie stark moderne Kriegsführung von schnellen Beschaffungsentscheidungen abhängt.

Die Entscheidung fällt zudem in eine Zeit verstärkter Präsenz der Bundeswehr an der NATO-Ostflanke. Erst kürzlich unternahmen rund 70 deutsche und niederländische Generale eine Reise ins Baltikum, um die Lage an der Ostflanke des Bündnisses vor Ort kennenzulernen. Dass der künftige Generalinspekteur seine Erfahrungen aus der Ukraine-Unterstützung mitbringt, gewinnt vor diesem Hintergrund zusätzliches Gewicht. Freuding übernimmt die Spitze der Streitkräfte damit in einer Phase, in der Fragen der Abschreckung und der Einsatzbereitschaft gleichermaßen im Vordergrund stehen.

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