Die Netflix-Spionageserie Black Doves kehrt zurück: Keira Knightley und Ben Whishaw übernehmen erneut die Hauptrollen in einer Geschichte, die sich zwischen Geheimdienstarbeit, britischer Politik und persönlichen Loyalitäten bewegt. Die erste Staffel war im Dezember 2024 erschienen, die zweite folgt nun knapp zwei Jahre später mit sechs jeweils einstündigen Episoden. Die Serie wurde von Joe Barton entwickelt, der bereits die Grundidee für die Figuren und ihre Welt geschaffen hat.
Im Mittelpunkt steht erneut Helen, eine verdeckt arbeitende Agentin, die durch ihre Ehe mit Wallace Webb in den Kreis der britischen Politik geraten ist. Ihr Mann steht kurz davor, Premierminister zu werden, und genau das macht ihre Doppelrolle so heikel. Knightley verkörpert Helen, Whishaw spielt ihren Gegenpart Sam. Die Handlung dieser Staffel kreist um einen Verteidigungsgipfel, den Wallace organisiert. Damit verschiebt sich die Spannung von der persönlichen Ebene stärker in den Bereich der großen Staatsgeschäfte, in dem Geheimhaltung, Loyalität und Verrat eng beieinanderliegen.
Nach den Angaben der Kritik fällt die zweite Staffel deutlich actionreicher aus als ihre Vorgängerin. Explosive Szenen treten häufiger in den Vordergrund, ohne dass das Figurenspiel dabei ganz in den Hintergrund rückt. Sarah Lancashire kehrt als Helens Vorgesetzte Reed zurück und bleibt damit eine der zentralen Figuren im Geflecht aus Auftrag und Kontrolle, in dem Helen immer wieder zwischen den Anforderungen ihrer Arbeit und den Erwartungen ihres privaten Umfelds abwägen muss. Neu im Ensemble sind Neve Campbell und Sam Riley, deren Rollen die Konstellation der Serie erweitern.
Der Rezensent lobt das Erzähltempo und hebt hervor, dass die Rückblenden für das Verständnis der Figuren unverzichtbar seien. Sie liefern die Vorgeschichte, die viele Entscheidungen der Gegenwart erst plausibel macht, und verknüpfen so die einzelnen Handlungsstränge miteinander. Gleichzeitig verlangt die Serie dem Publikum einiges an Wohlwollen ab. Wer sich auf die Geschichte einlässt, muss bereit sein, zahlreiche Wendungen und überspitzte Situationen als Teil des Spiels zu akzeptieren, denn an mancher Stelle ist eine erhebliche Portion Ungläubigkeit gefragt.
Gerade in dieser Mischung aus Tempo, Rückblick und bewusst überzogener Dramatik liegt der Reiz der Serie. Black Doves präsentiert sich als unterhaltsamer Agententhriller, der seine Stärken in der Verbindung von politischem Machtspiel und privatem Drama ausspielt. Ob die zweite Staffel ihre Vorgängerin übertrifft, entscheidet sich für viele Zuschauerinnen und Zuschauer daran, wie gut sich die Action mit der Figurenentwicklung verbinden lässt.