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DIIV verbinden auf «ZIRP!» Popmelodien mit scharfer Gesellschaftskritik

Die Band DIIV bringt mit ihrem fünften Album «ZIRP!» ihren bisher eingängigsten Sound mit politischen Texten gegen Kapitalismus und Finanzgier zusammen.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die Los Angeles Band DIIV hat mit ihrem fünften Album «ZIRP!» ihr bisher eingängigstes Werk veröffentlicht, das zugleich ihre politischste Platte ist. Die Songs verbinden Pop-Hooks und Melodien mit dystopischen Bildern eines Amerikas, das von wirtschaftlicher Gier und sozialer Spaltung geprägt ist. Die Platte erscheint am 30. Oktober 2026 beim Label Fantasy Recordings.

Der politische Kurs zeichnete sich bereits beim Vorgängeralbum «Frog In Boiling Water» aus dem Jahr 2024 ab. Damals begleitete die Band die Veröffentlichung mit einer Mischung aus Scherzen und Provokation: Ein inszenierter Auftritt in der Late-Night-Sendung Saturday Night Live mit Fred Durst als Ansager, eine chaotische Website voller Verschwörungstheorien und Ankündigungen einer angeblichen «kreativen Partnerschaft» mit ExxonMobil bei Konzerten. Die Kampagne war ironisch gebrochen, machte aber eine unterschwellige antikapitalistische Wut sichtbar, die sich hinter den eher undurchsichtigen Texten der Songs verbarg.

Auf «ZIRP!» führen DIIV diesen Ansatz fort und übertragen ihn in einen deutlich leichteren Klang. Der Albumtitel ist das Akronym für «zero interest rate policy», die Nullzinspolitik, mit der die US-Wirtschaft Zinsen auf nahezu null senkte. Dieser wirtschaftliche Hebel ermöglichte es Tech-Start-ups wie Spotify und Uber, ihre Branchen umzukrempeln – auf Kosten der Beschäftigten. Stücke wie «Evangelizer» und «Trillions» formulieren klare antikapitalistische Positionen. «Evangelizer» spielt in dunklen Zeilen auf «Palantir-Pfizer collab pills» und «BlackRock master keys» an, «Trillions» ist eine sarkastische Abrechnung mit wachsender Gier. Das Stück «Us Against You» wirkt besonders aufgeladen und trägt die politische Haltung der Band in seinem Titel.

Produziert wurde das Album von A.G. Cook. Die Band war zunächst mit der Idee an ihn herangetreten, ihre Demos im Stil von Andrew Weatheralls Remixen zu «Screamadelica» neu zu interpretieren. Cook verwarf diesen Vorschlag rasch und entschied sich stattdessen, die Band auf Tour zu begleiten, um zu verstehen, was ihren Live-Sound ausmacht. Das Ergebnis zeigt sich vor allem in den Songs «The Fountain» und «Dare Me», die schwungvoll und verspielt klingen und Frontmann Zachary Cole Smith mit seiner Stimme in den Vordergrund stellen. Die Gitarren wirken knisternd und lebendig, mit deutlichem Einfluss von My Bloody Valentine, besonders im Stück «Us Against You». Neue Wege geht die Band auch auf dem groove-betonten «Underground» und dem luftigen «My Star».

Trotz der düsteren Diagnose ist «ZIRP!» laut Rezension kein nihilistisches Album. Smith formuliert unter der Oberfläche Lösungsansätze für die spätkapitalistische Lage, die auf Gemeinschaft und Zusammenhalt setzen. Diese Haltung könnte von der Erfahrung inspiriert sein, dass Smith nach den Waldbränden in Los Angeles im vergangenen Jahr sein Zuhause in Altadena verlor und danach am Wiederaufbau seiner Nachbarschaft mitwirkte. Aus dieser Katastrophe scheinen Smith und seine Bandkollegen neuen Antrieb gewonnen zu haben. Das Album wirkt ambitioniert, unnachgiebig und letztlich optimistisch – eine Platte, in der die Band ihre bislang größte klangliche Veränderung zugleich mit ihrem bisher ausdrücklichsten politischen Songwriting vollzieht.