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Castlevania: Belmont's Curse im Test — Evil Empire erweckt die Serie zu neuem Leben

Fast zwei Jahrzehnte nach dem letzten Hauptteil der 2D-Castlevania-Reihe meldet sich die Serie mit Belmont's Curse zurück. Entwickler Evil Empire schickt mit Rose Belmont eine neue Heldin durch ein brennendes Paris und trifft dabei den Spagat zwischen klassischer Formel und modernen Genre-Konventionen.

Fast zwei Jahrzehnte nach dem letzten Hauptteil der 2D-Castlevania-Reihe kehrt die Serie zurück. Das Team hinter der 2023 erschienenen Dead-Cells-Erweiterung Return to Castlevania hat diesmal die Schlüssel zu Draculas Schloss erhalten und legt mit Castlevania: Belmont's Curse einen neuen Ableger vor, der die 40 Jahre alte Marke mit einer Mischung aus alten und neuen Ideen beleben soll.

Entwickler Evil Empire setzt dabei auf eine neue Belmont am Peitschengriff: Rose Belmont, Tochter von Trevor Belmont und Sypha Belnades, übernimmt die Hauptrolle. Die Handlung setzt rund 23 Jahre nach den Ereignissen des NES-Klassikers Castlevania III: Dracula's Curse an, auf dem auch die Netflix-Serie basiert. Trevor lässt seine Tochter allein nach Paris ziehen, um den Vorgängen auf den Grund zu gehen. Was folgt, ist eine rund zehn bis 15 Stunden lange Geschichte, die im Kern dem vertrauten Muster folgt: Dracula ist zurück, und er muss besiegt werden.

Dabei streut Belmont's Curse einige Wendungen ein, die sich vor allem um den titelgebenden Fluch und ein mysteriöses Tarotkarten-Set drehen, das Sypha ihrer Tochter hinterlässt, bevor sie bei der Geburt stirbt. Die Geschichte bietet laut Test einige liebevolle Anspielungen für langjährige Fans, auch wenn die Handlung für viele Spielerinnen und Spieler nie der Hauptgrund war, sich in diese Spiele zu verlieben.

Rose Belmont wird als starke, zielstrebige Protagonistin beschrieben, die sich als würdig für das Erbe ihrer Familie erweisen will. Sie wirkt bisweilen impulsiv, lernt aber aus Fehlern, und ihre harte Fassade bekommt gelegentlich Risse, ohne dass sie je wie eine hilflose Figur wirkt, die gerettet werden muss. Damit trägt sie den Geist von Sonia Belmont.

Wie in früheren Teilen steht ihr eine kleine Schar von Helfern zur Seite. Anders als in früheren Spielen finden die meisten dieser Interaktionen jedoch ausschließlich in Roses Kopf statt — mit den Seelen besiegter Bosse, die in ihren Tarotkarten versiegelt sind. Die drei Hauptfiguren The Fallen, Jeanne d'Arc und Medusa liefern sich einige unterhaltsame Wortgefechte, doch andere Bosse mischen sich seltener ein als erhofft. Auch echte Menschen zum Reden fehlen: Wo frühere Teile wie Symphony of the Night mit Begegnungen wie der zwischen Alucard und Maria Leben in die Todeswelt brachten, bleibt Paris trotz brennender Kulisse seltsam menschenleer. Kein Laden ist geöffnet, niemand zum Reden da.

Die Karte ist in große, in sich geschlossene Zonen unterteilt, eher wie in Super Metroid als in Symphony of the Night, wobei jede Region meist von einem Boss bewacht wird. Verbunden sind diese Gebiete durch vereinzelte Brücken oder Pfade sowie spezielle Fährmann-Türen, die später schnelles Reisen zwischen den Regionen ermöglichen, einschließlich der verschiedenen Teile von Draculas Schloss und anderer, noch seltsamerer Orte.

Für Spielerinnen und Spieler, die sich in solchen Spielen leicht verlaufen, hält Belmont's Curse willkommene moderne Annehmlichkeiten bereit: Prozentanzeigen für jede Region und verschiedene Markierungen auf der Karte. Diese Werkzeuge helfen, blockierte Wege im Blick zu behalten, für die noch ein Bewegungs-Upgrade fehlt, oder sichtbare, aber unerreichbare Sammelobjekte zu markieren.

Ein besonders praktisches, aber nirgends erklärtes Feature ist das Schnellreisen zwischen Speicherräumen innerhalb einer Region. Dazu muss Rose vor einem Spiegel einige Sekunden geduckt bleiben, woraufhin sie in einen kleinen Hub gelangt, von dem aus sie an einem anderen Spiegel wieder auftaucht. Bei einem Spiel mit so viel Backtracking und Erkundung ist das eine große Hilfe — allerdings dauert es auf der PS5 etwa 15 Sekunden, bis die Kontrolle im Hub wiederhergestellt ist, was auf Dauer ermüdend wirkt.

Wie fast jeder Castlevania-Teil bringt auch Belmont's Curse ein eigenes System mit. Während die Aria-Spiele auf Monster-Seelen und Circle of the Moon auf Mix-and-Match-Karten setzten, dreht sich hier vieles um eine magische Peitschenfähigkeit und einen schützenden Lichtschild. Hinzu kommen die Tarotkarten, die Rose weitere Zaubersprüche verleihen, die verbessert werden können — schließlich ist sie Syphas Tochter. Die Peitsche erlaubt es, an Objekten zu schwingen oder sich zu ihnen zu ziehen. Gegen Feinde eingesetzt, verkürzt sie nicht nur die Distanz, sondern ermöglicht bei gutem Timing auch stärkere Treffer.

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