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Experten fordern strengere Kontrolle von pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln

Mehr als 30.000 neue Nahrungsergänzungsmittel kamen 2025 ohne behördliche Prüfung auf den Markt. Wissenschaftler, Ärzte und Verbraucherschützer warnen in einem Brief an zwei Bundesministerien vor Gesundheitsrisiken durch pflanzliche Inhaltsstoffe und fordern schärfere Regeln.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Eine Gruppe von Wissenschaftlern, Ärzten und Verbraucherschützern warnt vor erheblichen Qualitäts- und Sicherheitsproblemen bei Nahrungsergänzungsmitteln mit pflanzlichen, algen-, pilz- oder flechtenbasierten Inhaltsstoffen. In einem Brief an das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung sowie an das Bundeswirtschaftsministerium fordern die Experten, die ungeregelte Situation im Sinne des Verbraucherschutzes zu beenden. Es bestehe dringender Handlungsbedarf, heißt es in dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Gesundheit der Verbraucher sei in Gefahr.

Hintergrund ist die derzeitige Rechtslage in Deutschland: Hersteller müssen ihre Produkte vor dem Markteintritt lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit in ein Register eintragen. Eine behördliche Prüfung ist nicht vorgesehen. Die Expertengruppe verweist auf toxikologische Risiken, die dadurch entstehen können. In anderen Ländern wie der Schweiz, Frankreich oder Belgien gelten für diese Art von Nahrungsergänzungsmitteln deutlich schärfere Dokumentationspflichten.

Einer der Unterzeichner ist Andreas Hensel, Präsident der Gesellschaft für Phytotherapie und Leiter des Instituts für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie an der Universität Münster. Im vergangenen Jahr seien über 30.000 Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland angemeldet worden, sagte der Professor für Pflanzenchemie. Weil die gesetzlichen Vorgaben bei diesem Schritt so ungenügend seien, folge anschließend oft ein Streit zwischen den Landesuntersuchungsämtern, die auf Probleme hinweisen, und den Anwälten der Firmen, die auf ihre eigenen anderen Analyseverfahren verweisen. «Damit kannst du dich immer herausreden», sagte Hensel. Verbraucher würden Risiken ausgesetzt, die sie nicht erkennen können.

Die Experten fordern vom Gesetzgeber, dass Hersteller und Vertriebsfirmen bereits bei der Anmeldung korrekte und verständliche Informationen angeben müssen. Zudem sollte es eine kontinuierliche Prüfung von Rohstoffen und fertigen Produkten mit anerkannten Analysemethoden geben. Auch irreführende Gesundheitsversprechen müssten besser geprüft werden. Die Gruppe kritisiert, dass die derzeitige Praxis den Verbraucherschutz nicht ausreichend gewährleiste.

Die Forderungen richten sich an zwei Bundesministerien, die für Ernährung, Landwirtschaft und Wirtschaft zuständig sind. Die Autoren des Briefes sehen den Gesetzgeber in der Pflicht, die Kontrolle pflanzlicher Nahrungsergänzungsmittel zu verbessern. Ohne eine behördliche Prüfung vor dem Markteintritt bleibe die Sicherheit der Produkte unzureichend gewährleistet. Die Experten verweisen auf die toxikologischen Risiken, die von bestimmten pflanzlichen Inhaltsstoffen ausgehen können, und auf die Schwierigkeit, diese Risiken ohne standardisierte Analysen zu erkennen.

Die Diskussion berührt auch den grenznahen Raum: In der Schweiz gelten für pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel strengere Dokumentationspflichten als in Deutschland. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in der Grenzregion zwischen der Schweiz und Deutschland kann dies bedeuten, dass Produkte je nach Land unterschiedlichen Kontrollen unterliegen. Die Expertengruppe fordert daher eine Angleichung der Standards, um den Verbraucherschutz zu verbessern und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.