Mit einem interreligiösen Gottesdienst haben Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche sowie Politiker in der Berliner Gedächtniskirche der Opfer des Hamas-Angriffs auf Israel gedacht. Zu der Andacht am Jahrestag des Überfalls hatten die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und das Erzbistum Berlin eingeladen. Für die Veranstaltung waren 300 Menschen angemeldet, darunter Bundestagsabgeordnete sowie Mitglieder des Berliner Senats und des Abgeordnetenhauses.
Der evangelische Bischof Christian Stäblein sprach vom «hasserfüllten Foltern und Morden der Hamas» und rief zu einem entschlossenen Vorgehen gegen Antisemitismus auf. «Lasst uns miteinander dieses Eine heute hier versprechen: Dass wir in dieser Stadt und in diesem Land gegen Antisemitismus kämpfen, zusammen», sagte Stäblein. Der katholische Bischof Heiner Koch erklärte, die Erinnerung an die Opfer vom 7. Oktober 2023 sei auch eine «Aufgabe an uns in der Gegenwart».
An dem Gottesdienst nahmen auch der Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz, Andreas Nachama, sowie der Imam Kadir Sanci teil. Nachama sprach sich für ein Zusammenleben in Frieden aus. Der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke sagte mit Blick auf den Antisemitismus, jüdisches Leben gehöre zu Deutschland genauso wie der Islam.
Am 7. Oktober 2023 hatten Kämpfer der Hamas und anderer extremistischer Organisationen rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 250 weitere als Geiseln nach Gaza verschleppt. Der Überfall löste den Gaza-Krieg aus. Weltweit wurde an diesem Jahrestag der zahllosen Opfer erinnert, am Abend auch in der Berliner Gedächtniskirche.