GameSpot hat seine monatlichen Staff Picks für September 2026 vorgestellt und rückt dabei bewusst Spiele abseits der großen Blockbuster in den Fokus. Während der Sommer mit Titeln wie The Blood of Dawnwalker, Marvel's Wolverine und Fire Emblem: Fortune's Weave reichlich Nachschub für verschiedene Spielertypen bot, erinnert die Redaktion daran, dass die besten Spielerfahrungen oft aus unerwarteten Ecken kommen. Die Auswahl umfasst daher vor allem Geheimtipps und Titel, die trotz Qualität leicht übersehen werden könnten.
Ein zentraler Favorit ist Dressmaker, ein Job-Simulator, in dem die Spielenden als beratende Modistin tätig sind. Die Redakteurin Jessica Cogswell gibt zu, ursprünglich nur wenige Stunden in dem Spiel verbracht haben zu wollen, da der Monat voller großer und hochgelobter Neuerscheinungen war. Doch Dressmaker entwickelte sich zu ihrem meistgeöffneten Spiel im September. Besonders die taktile und befriedigende Umsetzung des Schneiderhandwerks hebt das Spiel hervor. Obwohl der Prozess stark vereinfacht wird, gelingt es dem Titel, die Komplexität des Designs tragbarer Kunst nachzuempfinden. Der Erfolg auf Steam überraschte die Redakteurin positiv, erscheint ihr aber vollkommen verdient.
Ein weiterer Pick ist Aniimo, ein Gacha-Spiel, das laut Cheri Faulkner bewusst auf das Gameplay setzt statt auf aggressive Monetarisierung. Optionale Mikrotransaktionen fühlen sich tatsächlich optional an, sodass die Erkundung der Welt, das Entdecken der niedlichen Kreaturen und die Handlung nicht hinter Bezahlschranken verborgen bleiben. Die Umgebungen wirken wie aus einem Bilderbuch, und die Fortschrittssysteme belohnen Neugier und Experimentierfreude. Damit gehört Aniimo zu den seltenen Vertretern des Genres, bei denen das Geschäftsmodell das eigentliche Spiel nicht überschattet.
Darryn Bonthuys lobt Onimusha: Way of the Sword für sein herausragendes Gameplay-Gefühl. Capcom habe es geschafft, das Aufeinandertreffen von Stahl auf Stahl auf den Bildschirm zu bringen, was in einem kinetischen Ballett aus Klingen und Oni-Kräften resultiere. Das Spiel eigne sich zudem für alle, die Soulslike-Kämpfe ohne die übliche Strafhärte suchen, da verschiedene Barrierefreiheitsoptionen den Einstieg erleichtern. In puncto poliertes Action-Gameplay zählt Onimusha: Way of the Sword laut Bonthuys zu den besten Erfahrungen des Jahres.
Duskfade fiel vor allem durch visuelle Ähnlichkeiten zu Kingdom Hearts auf, was die Redaktion als fair bezeichnet. Der Held ist ein kecker Junge mit einem riesigen schlüsselartigen Schwert, und auch die Mode erinnert an Nomura-Designs. Abseits davon handelt es sich um einen liebevollen Action-Platformer mit großem Herzen. Die Geschichte ist eine einfach erzählte Fabel über Verlust und Trauer, die sich auch in den Boss-Designs auf einfallsreiche und mitunter ergreifende Weise widerspiegelt. Das Leveldesign überzeugt mit einer reichen Farbpalette, und die schlüsselartige Waffe steht tatsächlich für einen Uhrzeiger, da das Thema Zeit und das Wertschätzen der eigenen Lebenszeit sich durch Spiel und Weltdesign ziehen. Für Steve Watts ist Duskfade ein wahres Juwel, das mehr Aufmerksamkeit verdient.
Star Wars Zero Company bricht mit den üblichen Genres der Marke. Statt Action-Adventure oder Ego-Shooter setzt das Spiel auf rundenbasierte Taktik, ein Genre, das laut Gabe Gurwin schwerer ein großes Publikum findet. Zero Company übernehme das Grundgerüst der XCOM-Reihe und nutze typische Star-Wars-Elemente clever, etwa einen Jedi-Padawan, der Gegner aus der Deckung ziehen oder über den Kartenrand schleudern kann. Auch Handlungselemente der Prequel-Trilogie werden geschickt in die eigene Geschichte eingewoben. Obwohl Gurwin sich selbst als eher beiläufigen Star-Wars-Fan bezeichnet, konnte er nicht aufhören zu spielen, bis der Abspann erreicht war.
Graveyard Keeper 2 rundet die Auswahl ab. Der Redakteur greift normalerweise selten zu Pixel-Art-Spielen, macht aber eine Ausnahme auf dem Steam Deck, das ihm als ideale Plattform für solche Titel erscheint. Graveyard Keeper 2 punktet zusätzlich als Zombie-Spiel, unterscheidet sich jedoch deutlich von den üblichen Vertretern des Genres. Statt eines Shooters handelt es sich um eine ungewöhnliche Mischung, die das Spiel zu einem weiteren Geheimtipp in der September-Auswahl macht.