Der US-amerikanische Fernsehprediger Jim Bakker ist tot. Er starb im Alter von 86 Jahren. Das teilte seine Frau Lori Bakker in einem Beitrag in den sozialen Medien mit. «Mit gebrochenem Herzen teile ich mit, dass mein geliebter Ehemann Jim Bakker heimgegangen ist, um bei Gott zu sein», schrieb sie. Weitere Angaben zu den Umständen seines Todes machte sie zunächst nicht.
Bakker gehörte in den 1970er und 1980er Jahren zu den bekanntesten Gesichtern des US-Fernsehpredigertums. Gemeinsam mit seiner damaligen Frau Tammy Faye Bakker baute er ein Medienimperium auf, das über Fernsehsendungen und eigene Sender eine große Anhängerschaft erreichte. Ihr Programm verband christliche Verkündigung mit Unterhaltung und erreichte ein Millionenpublikum. Die Bakkers wurden damit zu Symbolfiguren einer ganzen Ära des amerikanischen Televangelismus, in der religiöse Botschaften und kommerzielle Medienunternehmen eng miteinander verwoben waren.
Der Aufstieg endete in einem der spektakulärsten Finanzskandale der damaligen Zeit. Bakker wurde wegen Betrugs verurteilt und musste eine Haftstrafe verbüßen. Der Fall erschütterte das Vertrauen vieler Gläubiger in die Fernsehprediger-Szene und löste eine breite öffentliche Debatte über die Verquickung von Religion, Spenden und Medienmacht aus. Für viele junge Menschen, die mit den Erzählungen ihrer Eltern über diese Jahre aufwachsen, ist der Name Jim Bakker bis heute ein Sinnbild für den Absturz eines einst gefeierten Medienstars.
Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis kehrte Bakker ins öffentliche Leben zurück. Er trat erneut im Fernsehen auf und widmete sich erneut der religiösen Verkündigung. In späteren Jahren machte er immer wieder mit kontroversen Äußerungen und dem Verkauf von Produkten in seinen Sendungen auf sich aufmerksam. Sein Wirken blieb damit über Jahrzehnte hinweg Teil der amerikanischen Medien- und Religionslandschaft, auch wenn sein früherer Einfluss nicht mehr erreicht wurde.
Tammy Faye Bakker, die lange an seiner Seite stand und später selbst zu einer bekannten Persönlichkeit der Popkultur wurde, starb bereits im Jahr 2007. Die Geschichte des Paares wurde mehrfach filmisch aufgearbeitet und beschäftigt bis heute ein Publikum, das sich für die Verbindung von Glauben, Ruhm und Kommerz interessiert. Auch in Deutschland verfolgen viele junge Leserinnen und Leser, wie religiöse Bewegungen und Medienmacher in den USA immer wieder neue Formen der Aufmerksamkeit finden.
Mit dem Tod Jim Bakkers endet das Leben einer Figur, die wie kaum eine andere für den Aufstieg und die Widersprüche des amerikanischen Fernsehpredigertums steht. Seine Frau Lori Bakker bat in ihrem Beitrag um Anteilnahme und Zuspruch für die Familie. Angaben zu einer möglichen öffentlichen Trauerfeier oder zu weiteren Hintergründen wurden zunächst nicht bekannt.