Take-Two-CEO Strauss Zelnick hat bestätigt, dass GTA 6 das bislang teuerste Spiel des Entwicklers Rockstar ist. Die genaue Entwicklungssumme hat das Unternehmen allerdings nicht offengelegt. Zelnick betonte, dass das Projekt sowohl kostspielig als auch langwierig war. Spekulationen über Entwicklungskosten von 1,5 Milliarden US-Dollar sind damit nicht bestätigt, auch wenn das Spiel in der Branche längst als eines der aufwendigsten Projekte aller Zeiten gilt.
Das Spiel befindet sich seit mehreren Jahren in Entwicklung und wurde in dieser Zeit mehrfach verschoben. Der jüngste Aufschub verlegte den Release auf November 2026. Zelnick bezeichnete die Verzögerung als teuer, zugleich aber als die richtige Entscheidung. Nach seinen Worten verfolgt Take-Two einen Qualitätsanspruch, der sich in den Kosten niederschlägt, sich aber langfristig auszahlen soll. Rockstar wolle ein möglichst ambitioniertes Unterhaltungserlebnis liefern, und dafür nehme man in Kauf, dass Zeitpläne länger dauern als ursprünglich vorgesehen.
Zelnick zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Investition rechnet, wenn das Spiel erfolgreich wird. Die Einnahmen würden dann nicht nur die Entwicklungskosten, sondern auch den größten Teil des Marketings decken. Den Erfolg wollte er vor dem Erscheinen jedoch nicht vorwegnehmen. Das Analysehaus Sensor Tower geht laut Schätzungen davon aus, dass bis zum Start rund 25 Millionen Vorbestellungen eingehen könnten. Dies würde einem Umsatz von etwa zwei Milliarden US-Dollar entsprechen und wäre eine außergewöhnliche Größenordnung für ein einzelnes Videospiel.
Der Erscheinungstermin ist für den 19. November festgelegt, und zwar für PlayStation 5 sowie Xbox Series X und S. Zelnick nutzte das Thema auch für eine indirekte Kritik an der Branche. Er bemängelte Unternehmen, die starr an ihren Veröffentlichungsplänen festhalten, selbst wenn Spiele noch nicht ausgereift sind. Namen nannte er nicht. In der Branche wurde die Äußerung jedoch weithin als Seitenhieb auf CD Projekt Red verstanden, das Studio hinter The Witcher und Cyberpunk.
Der Hintergrund ist das Rollenspiel Cyberpunk 2077, das 2020 in einem fehlerhaften Zustand erschien. Das Spiel wurde zeitweise aus dem PlayStation Store genommen, was die Erwartungen der Spieler stark belastete. Trotz des holprigen Starts verkaufte sich Cyberpunk 2077 nach Angaben innerhalb von drei Wochen fast 14 Millionen Mal. Der Co-CEO von CD Projekt räumte später ein, dass der Release in diesem Zustand ein Fehler war. Nach umfangreichen Updates erreichte das Spiel nach Angaben über 40 Millionen verkaufte Exemplare, was zeigt, dass ein misslungener Start und langfristiger Erfolg einander nicht ausschließen müssen.
Für Rockstar und Take-Two steht damit viel auf dem Spiel. Die Erwartungen an GTA 6 sind enorm, und jede weitere Verzögerung wird aufmerksam verfolgt. Zelnick machte deutlich, dass das Unternehmen den Erfolg erst nach dem Erscheinen bewerten will. Bis dahin bleibt die Frage offen, ob sich der lange Entwicklungsprozess tatsächlich in einem Produkt niederschlägt, das den hohen Aufwand rechtfertigt.