Avengers: Endgame hat sich den Titel des erfolgreichsten Films aller Zeiten zurückgeholt. Nach einer erneuten Kino-Wiederaufführung durch Disney liegt das Marvel-Epos nun bei einem weltweiten Einspielergebnis von rund 2,925 Milliarden Dollar und schiebt sich damit knapp vor Avatar, das bisher wieder an der Spitze stand.
Der Abstand zwischen den beiden Blockbustern ist denkbar gering: Endgame kommt auf etwa 2,9255 Milliarden Dollar, Avatar auf rund 2,9237 Milliarden Dollar. Damit trennen die beiden Filme nur wenige Millionen Dollar, ein Vorsprung, der sich durch weitere Sonderaufführungen oder Wiederveröffentlichungen schnell wieder verschieben könnte. Die Zahlen beziehen sich auf die weltweiten Einnahmen ohne Inflationsanpassung.
Das Hin und Her zwischen den beiden Titeln hat inzwischen Tradition. Seit Jahren wechseln sich Avengers: Endgame und Avatar an der Spitze der ewigen Bestenliste ab, weil beide Studios ihre Filme immer wieder in verschiedenen Formaten und zu besonderen Anlässen in die Kinos bringen. Jede neue Aufführungsserie kann das Rennen neu entscheiden, und genau das ist jetzt erneut passiert.
Die aktuelle Wiederaufführung von Avengers: Endgame steht im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf das kommende Marvel-Projekt Avengers: Doomsday, das am 18. Dezember in die Kinos kommen soll. Regie bei Endgame führten Anthony und Joe Russo. Der Film war ursprünglich 2019 erschienen und bildete den vorläufigen Höhepunkt der bisherigen Avengers-Reihe.
Für Disney ist der erneute Spitzenplatz ein willkommener Marketingeffekt. Die Wiederaufführung bringt nicht nur zusätzliche Einnahmen, sondern hält das Interesse an der Marke Avengers wach, während das Studio auf den nächsten großen Kinostart hinarbeitet. Dass ausgerechnet ein Film aus dem eigenen Haus den Rekord zurückerobert, unterstreicht die anhaltende Zugkraft des Marvel-Universums.
Avatar hatte den Titel zuletzt inne, nachdem der Film durch mehrere Wiederveröffentlichungen immer wieder neue Einnahmen erzielt hatte. Der Science-Fiction-Blockbuster von James Cameron war ursprünglich 2009 gestartet und hatte in den Jahren danach durch Sonderaufführungen und Neuveröffentlichungen mehrfach die Spitze zurückerobert. Nun liegt Endgame wieder vorn, wenn auch nur knapp.
Die Zahlen zeigen, wie sehr sich das Rennen um den höchsten Kassenerfolg inzwischen zu einem Wettlauf der Wiederveröffentlichungen entwickelt hat. Für die Studios sind solche Aufführungen attraktiv, weil sie mit verhältnismäßig geringem Aufwand zusätzliche Einnahmen erzielen und gleichzeitig die Aufmerksamkeit auf kommende Produktionen lenken können. Für die Kinos bedeuten sie ein zusätzliches Zugpferd in einem von großen Franchises geprägten Markt.
Ob Endgame den Titel diesmal dauerhaft behält, ist offen. Avatar hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass weitere Wiederveröffentlichungen die Rangfolge erneut verändern können. Auch die kommenden Avatar-Fortsetzungen dürften das Interesse an der Marke weiter steigern. Der Rekord bleibt damit ein bewegliches Ziel, das weniger von einem einmaligen Erfolg als von der Bereitschaft der Studios abhängt, ihre Filme immer wieder auf die Leinwand zu bringen.
Für junge Kinofans ist das Duell zwischen Endgame und Avatar vor allem ein Beispiel dafür, wie sehr Popkultur und Box-Office-Erfolge zusammenhängen. Die beiden Filme stehen für zwei unterschiedliche Ären des Blockbuster-Kinos: das langfristig aufgebaute Marvel-Universum und Camerons visionäres Avatar-Franchise. Wer am Ende ganz oben steht, entscheidet sich nicht nur an der Kinokasse, sondern auch daran, wie gut es den Studios gelingt, ihre Geschichten über Jahre hinweg präsent zu halten.