Die ersten Standbilder aus dem Dokumentarfilm «Art Sex Music» sind veröffentlicht worden. Der Film von Regisseurin Caroline Catz porträtiert die britische Künstlerin, Musikerin und Autorin Cosey Fanni Tutti und basiert auf deren gleichnamigen Bestseller-Memoiren. Produziert wird das Projekt von Andy Starke, der zuvor unter anderem an Filmen wie «Free Fire» und «Kill List» beteiligt war. Die Dreharbeiten sind gerade abgeschlossen worden.
Im Mittelpunkt des Films steht Tuttis Leben und Werk als kompromisslose kulturelle Pionierin. Die 1951 in Hull geborene Künstlerin wurde in den 1970er-Jahren als Mitglied der experimentellen Gruppe COUM Transmissions bekannt, die mit provokativen Performances und Installationen die Grenzen zwischen Kunst, Pornografie und Alltagskultur auslotete. Später gründete sie mit ihrem Partner Chris Carter das Duo Throbbing Gristle, das als einer der Gründungsakteure der Industrial-Musik gilt. Auch ihr späteres Projekt Chris & Cosey sowie ihre Solowerke prägten die elektronische Musikszene nachhaltig.
Tuttis Memoiren, die 2017 erschienen, erzählen von ihrem Aufwachsen im konservativen Nordengland, ihrem Ausbruch aus bürgerlichen Konventionen und ihrem jahrzehntelangen Kampf um künstlerische Freiheit. Das Buch wurde von Kritikern für seine Offenheit gelobt und gilt als wichtiges Zeitdokument der britischen Subkultur. Der Dokumentarfilm überträgt diese Erzählung nun ins Visuelle und verbindet Archivmaterial, Interviews und künstlerische Inszenierungen.
Regisseurin Caroline Catz ist vor allem als Schauspielerin bekannt, etwa aus der britischen Fernsehserie «Doc Martin». Mit «Art Sex Music» gibt sie ihr Debüt als Dokumentarfilmerin. In einem Statement beschrieb sie Tuttis Geschichte als eine der mutigsten künstlerischen Biografien Großbritanniens. Der Film wolle zeigen, wie Tutti über Jahrzehnte hinweg ihre künstlerische Vision gegen gesellschaftliche Widerstände verteidigte und dabei immer wieder neue Ausdrucksformen fand.
Produzent Andy Starke betonte, dass der Film nicht als klassische Biografie angelegt sei, sondern als künstlerische Auseinandersetzung mit Tuttis Werk. Die Ästhetik des Films orientiere sich an der experimentellen Herangehensweise ihrer Musik und Kunst. So sollen die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nur über Tuttis Leben informiert werden, sondern auch die Atmosphäre ihrer Performances und Klangwelten erleben können.
Ein Veröffentlichungstermin für «Art Sex Music» steht noch nicht fest. Der Film befindet sich derzeit in der Postproduktion. Angesichts des anhaltenden Interesses an der Geschichte der Industrial-Musik und der feministischen Kunstgeschichte dürfte das Projekt jedoch auf ein aufgeschlossenes Publikum stoßen. Tuttis Einfluss reicht bis in die Gegenwart: Ihre Arbeiten wurden in renommierten Museen gezeigt, und ihre Alben beeinflussen bis heute Künstlerinnen und Künstler aus Elektronik, Noise und experimenteller Popmusik.
Der Titel des Films verweist auf die zentralen Themen in Tuttis Schaffen: Kunst, Sexualität und Musik als Mittel der Selbstermächtigung und der Infragestellung gesellschaftlicher Normen. In einer Zeit, in der Debatten über künstlerische Freiheit und die Grenzen des Sagbaren wieder verstärkt geführt werden, gewinnt ihre Geschichte neue Aktualität.