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Fans zeigen bei Thompson-Konzert in Stuttgart Fahnen mit Ustaša-Gruß

Bei einem Konzert des kroatischen Sängers Thompson in Stuttgarts Porsche-Arena haben Fans Fahnen mit dem Gruß »Za dom spremni« gezeigt. Ein dpa-Reporter im Publikum beobachtete die Szene, der Veranstalter sieht keine rechtliche Grundlage für eine Absage.

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Bei einem Konzert des umstrittenen kroatischen Sängers Thompson in der Stuttgarter Porsche-Arena haben Fans Fahnen mit dem Gruß »Za dom spremni« gezeigt. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur, der sich im Publikum befand, beobachtete die Szene. Zwei der Fahnen waren auf den Tribünen gut sichtbar aufgehängt. Neben kroatischen Nationalfahnen waren auch Flaggen und Schals mit neofaschistischem Bezug zu sehen.

Der Gruß »Za dom spremni« war die offizielle Grußformel des kroatischen Ustaša-Regimes, das im Zweiten Weltkrieg mit Nazi-Deutschland verbündet war. Das Regime ermordete hunderttausende Serben, Juden, Roma und politische Gegner. Thompson, dessen bürgerlicher Name Marko Perković lautet, bezeichnet den Gruß dagegen als patriotischen Ruf aus dem Unabhängigkeitskrieg der 1990er-Jahre. Das kroatische Verfassungsgericht hat die Verwendung des Grußes jedoch als verfassungswidrig eingestuft. Kroatische Gerichte sprachen Thompson in Verfahren rund um den Gruß frei, sodass die juristische Bewertung in seinem Heimatland uneinheitlich bleibt.

Die Rechtslage unterscheidet sich von Land zu Land. Österreich verbietet die Ustaša-Symbolik seit mehreren Jahren. In Deutschland ist weder der Gruß noch die Verwendung von Ustaša-Symbolen strafbar. Eine Absage des Konzerts wäre deshalb nach Angaben des Veranstalters nicht rechtlich begründbar gewesen. Der Betreiber der Porsche-Arena teilte mit, es gebe keine rechtliche Grundlage, den Vertrag zu kündigen. Ihm sei zudem kein deutscher Fall bekannt, in dem ein Konzert aus politischen Gründen abgesagt worden sei.

Nach Angaben des Veranstalters hatte die Geschäftsführung mit dem Künstler vereinbart, dass kritische Lieder nicht gespielt und keine faschistischen Inhalte verbreitet werden. Ob die nun gezeigten Fahnen gegen diese Absprache verstoßen, ist allerdings offen. Ebenso unklar ist, ob die Veranstalter nach dem Vorfall weitere Schritte unternehmen werden.

Die Tickets für das Konzert waren mit 6.500 Karten innerhalb von drei Stunden ausverkauft. Das zeigt die große Nachfrage nach den Auftritten des Musikers, dessen Publikum sich über Ländergrenzen hinweg versammelt. Thompson gehört in Kroatien zu den populärsten Musikern und zog 2025 rund 500.000 Menschen zu einem Konzert nach Zagreb. Er ist bereits mehrfach in Deutschland aufgetreten. Einige Veranstalter hierzulande haben seine Konzerte jedoch abgesagt, während die Schweiz seine Auftritte untersagt hat.

Die Debatte um die Auftritte des Sängers reicht damit weit über den Abend in Stuttgart hinaus. Auf der einen Seite stehen die Vertragsbindungen der Veranstalter und die fehlende strafrechtliche Handhabe in Deutschland. Auf der anderen Seite steht die Frage, wie mit Symbolen umzugehen ist, die für die Verbrechen eines faschistischen Regimes stehen, aber in der Heimat des Künstlers als Ausdruck nationaler Identität verstanden werden. Die Geschichte des Ustaša-Regimes und die Erinnerung an seine Opfer bilden dabei den Hintergrund, vor dem der Vorfall in Stuttgart bewertet wird.

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