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Martha Stewart entschuldigt sich nicht für Obdachlosen-Kostüm und verteidigt sich

Nach heftiger Kritik an ihrem Halloween-Kostüm als Obdachlose äußert sich Martha Stewart zu dem Thema. Sie betont, Obdachlosigkeit sei ein Anliegen, das ihr sehr am Herzen liege.

Martha Stewart hat auf die heftige Kritik an ihrem Halloween-Kostüm reagiert. Die Medienunternehmerin war zu Halloween als Obdachlose verkleidet und sorgte damit für massive Empörung. Das Kostüm zeigte sie in zerschlissener Kleidung, mit schmutzig wirkendem Gesichts-Make-up und einem Schild mit der Aufschrift „I am hungry. Help me!!“. Viele Nutzer bewerteten die Verkleidung schnell als geschmacklos und verletzend, weil sie das Elend wohnungsloser Menschen als Gag inszeniere.

In ihrer Stellungnahme erklärte Stewart, Obdachlosigkeit sei „something that I care deeply about“, also ein Thema, das ihr sehr am Herzen liege. Damit stellte sie sich der Kritik, ohne das Kostüm selbst ausdrücklich zu verteidigen oder sich dafür zu entschuldigen. Die Äußerung zielt darauf ab, den Vorwurf zu entkräften, sie mache sich über das Schicksal wohnungsloser Menschen lustig. Ob sie ihre Verkleidung künftig anders bewertet, ließ sie offen.

Die Debatte berührt eine grundsätzliche Frage, die jedes Jahr zu Halloween wieder aufkommt: Wo endet die Verkleidung, und wo beginnt die Herabwürdigung realer Lebenslagen? Kostüme, die Armut, Krankheit oder Obdachlosigkeit als Pointe nutzen, stoßen regelmäßig auf Widerspruch, da sie Betroffene verletzen können. Stewarts Fall fiel in besonderem Maße auf, weil sie als bekannte Unternehmerin und Medienpersönlichkeit öffentlich wahrgenommen wird und ihre Äußerungen dadurch eine große Reichweite haben.

Zum selben Halloween-Wochenende machten auch andere Prominente mit ihren Kostümen Schlagzeilen, allerdings ohne vergleichbare Kritik. Robert Downey Jr. und Pedro Pascal tauschten ihre Rollen aus dem Marvel Cinematic Universe: Downey trat als Reed Richards alias Mister Fantastic auf, Pascal als Victor von Doom alias Doctor Doom mit der markanten Metallmaske. Die Verkleidung wurde als unterhaltsame Werbung für „Avengers: Doomsday“ gelesen, der am 18. Dezember 2026 in die Kinos kommt. Beide besuchten laut Berichten Kinder auf den Straßen, unter ihnen ein Kind als Mandalorian, und Downey soll dabei einen Scherz über den „echten“ Mandalorian gemacht haben.

Auch Gracie Abrams griff in ihrem Auftritt bei „Saturday Night Live“ am Halloween-Abend ein Kostümmotiv auf. Die zweifach für den Grammy nominierte Sängerin verkörperte während ihrer Auftritte im Studio 8H die Liebenden aus Baz Luhrmanns „Romeo + Juliet“ von 1996, also Leonardo DiCaprio und Claire Danes. Der Vergleich zeigt, wie unterschiedlich Kostümideen aufgenommen werden können. Während Figuren aus Filmen und Serien als harmlose Popkultur-Referenzen gelten, betrifft ein Obdachlosen-Kostüm reale Menschen in einer prekären Situation.

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