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Kiel und Flensburg teilen Punkte im 117. Nordderby

Das 117. Handball-Nordderby zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt endet 31:31. Ein vermeintlicher Siegtreffer der Kieler in letzter Sekunde wird nach Videoüberprüfung aberkannt. Beide Teams bleiben ungeschlagen, Flensburg behält die Tabellenführung.

Das 117. Nordderby in der Handball-Bundesliga zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt hat keinen Sieger gefunden. Vor 10.285 Zuschauern in der Kieler Arena trennten sich die beiden Rivalen am Ende mit 31:31 (18:14). Ein vermeintlicher Siegtreffer der Kieler in der letzten Sekunde wurde nach einer minutenlangen Videoüberprüfung von den Schiedsrichtern nicht anerkannt. Damit blieb es beim Unentschieden, und beide Mannschaften bleiben in dieser Saison weiterhin ungeschlagen.

Für den THW Kiel war es eine besonders bittere Entscheidung. Julian Köster hatte mit der letzten Aktion der Partie scheinbar den Sieg erzielt, doch die Überprüfung der Bilder führte zur Aberkennung des Tores. Die Gastgeber, die als Rekordmeister der Liga gelten, mussten sich somit mit einem Punkt begnügen. Die SG Flensburg-Handewitt verteidigte dank der besseren Tordifferenz gegenüber dem punktgleichen THW (beide 11:1) die Tabellenführung.

Die Partie begann mit einer starken Leistung des Kieler Torwarts Andreas Wolff. Beim Stand von 2:4 war er bei einem Tempogegenstoß von Simon Pytlick und einem freien Wurf von Emil Jakobsen zur Stelle und hielt sein Team im Spiel. Dennoch waren es zunächst die Flensburger, die sich einen Vorsprung erarbeiteten. Aymeric Minne traf in der 16. Minute zum 9:6 für die Gäste. Doch Kiel kämpfte sich zurück und dominierte nach der Pause. Eine Minute vor dem Seitenwechsel betrug der Vorsprung der Kieler beim 17:13 erstmals vier Treffer.

Nach dem Wechsel blieb Kiel am Drücker. Besonders der slowenische Neuzugang Domen Makuc, der vom FC Barcelona kam, erwies sich als Dreh- und Angelpunkt. Er setzte seine Mitspieler in Szene oder suchte selbst den Abschluss. Makuc war am Ende mit neun Toren der beste Werfer der Partie. Für Flensburg trafen Aymeric Minne und Simon Pytlick jeweils siebenmal. Trotz eines zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Rückstands gaben sich die Gäste nicht geschlagen und kämpften sich mit einem 3:0-Lauf auf 28:30 (55.) heran. In der Schlussminute glich Marko Grgic nach einem Ballverlust von Köster zum 31:31 aus. Wenig später fiel der annullierte Treffer von Köster.

Für die Kieler war die Enttäuschung groß, während die Flensburger über den einen Punkt jubelten. Beide Teams bleiben damit in der noch jungen Saison ohne Niederlage. Die Tabellenführung der SG Flensburg-Handewitt bleibt aufgrund der besseren Tordifferenz bestehen. Das nächste Aufeinandertreffen der beiden Nordrivalen wird mit Spannung erwartet, doch zunächst steht für beide Mannschaften der Ligaalltag an.