Die Plattforminhaber Sony und Microsoft haben in zwei getrennten Gerichtsverfahren argumentiert, dass sie nicht verpflichtet sind, Zollrückerstattungen an ihre Kunden weiterzugeben. Beide Unternehmen hatten im Jahr 2025 die Preise für ihre Spielkonsolen PlayStation und Xbox erhöht, nachdem die US-Regierung neue Zölle verhängt hatte. Der Oberste Gerichtshof der USA erklärte diese Zölle jedoch später für illegal, wodurch betroffene Unternehmen Anspruch auf Rückerstattungen erhielten.
Die Anwälte von Sony und Microsoft vertreten nun die Position, dass die Konzerne die erhaltenen Rückerstattungen nicht an die Verbraucher weiterleiten müssen. Damit folgen sie dem Beispiel von Nintendo, das in einem ähnlichen Fall bereits eine vergleichbare Argumentation vorgebracht hatte. Die Klagen werfen die grundsätzliche Frage auf, ob Unternehmen, die Preise aufgrund staatlicher Abgaben erhöht haben, nach deren Aufhebung zur Rückzahlung verpflichtet sind.
Die Preissteigerungen bei den Konsolen hatten im vergangenen Jahr für Unmut unter Spielerinnen und Spielern gesorgt. Sony und Microsoft hatten die Erhöhungen öffentlich mit den US-Zöllen begründet. Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs beantragten die Unternehmen Rückerstattungen der gezahlten Zollbeträge. Nun geht es darum, ob diese Gelder letztlich bei den Konsumenten landen oder ob die Konzerne sie einbehalten dürfen.
Rechtsexperten sehen in den Fällen eine potenziell richtungsweisende Entscheidung für die gesamte Technologiebranche. Sollten die Gerichte den Argumenten von Sony und Microsoft folgen, könnten auch andere Unternehmen, die in den USA Preise wegen der Zölle angehoben haben, von einer Rückzahlungspflicht verschont bleiben. Die Klagen werden mit Spannung beobachtet, da sie weitreichende Folgen für den Verbraucherschutz und die Preisgestaltung in der Unterhaltungselektronik haben könnten.
Die betroffenen Konsolenhersteller haben sich bislang nicht öffentlich zu den laufenden Verfahren geäußert. Beobachter rechnen damit, dass die juristische Auseinandersetzung mehrere Monate dauern könnte. Sollten die Gerichte zugunsten der Verbraucher entscheiden, müssten Sony und Microsoft die Differenz zwischen den erhöhten und den ursprünglichen Preisen möglicherweise nachträglich erstatten.