Die Horror-Neuauflage «Resident Evil» von Constantin Film und Sony Pictures hat auch am dritten Wochenende in Folge die Spitze der chinesischen Kinocharts behauptet. Im Zeitraum vom 23. bis 25. Oktober spielte der Film laut Daten von Artisan Gateway umgerechnet rund 5,6 Millionen US-Dollar ein, in Landeswährung waren es 37,6 Millionen Renminbi.
Der Start des Films fiel in die Golden-Week-Feiertage, die am 5. Oktober begannen. Seitdem hat sich «Resident Evil» gegen die Konkurrenz behauptet, während der Gesamtmarkt in eine ruhigere Phase nach den Feiertagen übergegangen ist. Dass ein Film über mehrere Wochen die Spitze hält, ist in dieser Zeit ein deutliches Zeichen dafür, dass das Publikum im Moment nur wenige neue Titel in großer Zahl ins Kino lockt.
Für die Produktionsfirmen ist der Erfolg in China von Bedeutung, weil der Markt zu den größten der Welt gehört. Die Horror-Neuverfilmung profitiert damit von einer Phase, in der es kaum starke Konkurrenz gibt. Wie lange sich der Film noch an der Spitze halten kann, hängt davon ab, welche Neustarts in den kommenden Wochen folgen und wie stark das Publikumsinteresse anhält.
Ein Blick auf den internationalen Kinomarkt zeigt in derselben Zeit ein ähnliches Muster. Auch in den Vereinigten Staaten dominierten im Oktober vor allem Genrefilme. Der Horror-Thriller «Clayface» aus dem DC-Universum startete mit einem geschätzten weltweiten Einspielergebnis von rund 43 Millionen US-Dollar, davon etwa 24 Millionen im Inland und 19 Millionen im Ausland. Der Film gilt als vergleichsweise günstig produziert, das Budget wird mit rund 44 Millionen Dollar angegeben. Die Kritiken fielen überwiegend positiv aus, und das Publikum bewertete den Film bei CinemaScore mit «A-». James Gunn, Co-Vorsitzender von DC Studios, hob diese Bewertung hervor und verwies darauf, dass «Sinners» der einzige Horrorfilm sei, der je eine «A»-Bewertung erhalten habe.
Auch das Dokumentarfilmprojekt «You Can See Everything» von Nathan Fielder und Lance Oppenheim über Elizabeth Holmes und das Unternehmen Theranos gewann an Zuschauern. Nach einem limitierten Start mit guten Kritiken spielte der dreistündige Film im Inland weitere 19,5 Millionen Dollar ein, ein Zuwachs von 25 Prozent gegenüber dem Debüt. Der Zuwachs ist vor allem auf die Ausweitung auf rund 1.800 zusätzliche Kinos zurückzuführen.
Weniger gut lief es für das Stop-Motion-Studio Laika. Der Fantasy-Film «Wildwood» unter der Regie von Travis Knight kam am Startwochenende im Inland auf 11,77 Millionen Dollar und belegte damit Platz drei. Das liegt zwar über den Erwartungen für den Macher von «Coraline», bleibt aber weit unter dem berichteten Budget von 100 Millionen Dollar. Die Kritiken sind dagegen stark: Bei Rotten Tomatoes erhielt der Film 100 Prozent positive Kritikerstimmen und 97 Prozent beim Publikum. Die Einspielergebnisse der Studiogeschichte liegen damit eher am unteren Ende, sodass fraglich bleibt, ob die Produktionskosten eingespielt werden können.
Die aktuellen Zahlen zeigen, wie unterschiedlich Filme im selben Zeitraum abschneiden. Während sich «Resident Evil» in China an der Spitze behauptet, kämpfen andere Produktionen mit hohen Kosten oder schwachen Startergebnissen. Ob die Herbstflaute im chinesischen Markt anhält, werden die nächsten Wochenend-Ergebnisse zeigen.