Wegen schwerer Brände im US-Bundesstaat Nevada haben die Behörden 42.000 Menschen zur Evakuierung aufgefordert. Weitere 45.000 sollten sich auf eine Evakuierung vorbereiten oder bereits jetzt ihre Häuser verlassen, wie die Einsatzkräfte mitteilten. Die Flammen in einer hügeligen Region am Rand der Großstadt Reno hatten sich im Laufe des Sonntags schnell auf eine Fläche von mehr als 6.000 Hektar ausgebreitet.
Sechs Personen, darunter drei Einsatzkräfte, wurden nach Angaben der Behörden verletzt. Rund 800 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Das Feuer sei von Menschen verursacht worden, erklärten die Einsatzkräfte, ohne weitere Details zu nennen. Die Ermittlungen dauern demnach an. Die Schulbehörde teilte mit, dass es in den Schulen in der betroffenen Region am Montag keinen Unterricht geben werde. Gouverneur Joe Lombardo rief für den Bezirk Washoe County den Notstand aus.
Die Brände breiten sich im äußersten Westen des durch Wüstenlandschaft geprägten Bundesstaates aus, unweit der Grenze zu Kalifornien und in unmittelbarer Nähe der Casino-Stadt Reno. Erstmals alarmiert wurde die Feuerwehr wegen des Brandes am Samstagvormittag. Seither kämpfen die Einsatzkräfte gegen die Flammen, die sich vor allem durch Gras und Gebüsch fressen. Bislang sei das Feuer noch zu „null Prozent“ unter Kontrolle, berichten lokale Medien. „Unsere Wetterbedingungen sind weiterhin schwierig“, sagte Pete Bryant von der Feuerwehr Reno. „Heiß, trocken, windig – und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.“
Die Lage in Nevada ist Teil einer Serie von Naturkatastrophen im Westen der USA, die in den vergangenen Jahren durch anhaltende Trockenheit und extreme Hitzeperioden an Intensität gewonnen haben. Die Region um Reno ist besonders anfällig für sogenannte Vegetationsbrände, die sich bei starkem Wind rasend schnell ausbreiten können. Die Behörden rechnen damit, dass die Löscharbeiten noch mehrere Tage andauern werden, solange die Wetterbedingungen keine Entspannung bringen.
Unterdessen hat der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf die USA angesichts der von Washington geplanten verschärften Sanktionen gegen die Islamische Republik vor einem Bumerang-Effekt gewarnt. Auf der Plattform X teilte er einen Comic, der andeutete, dass der von Washington angekündigte Wirtschaftskrieg die USA selbst treffen werde. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, den wirtschaftlichen Druck auf den Iran drastisch erhöhen zu wollen. Er sprach von einem „wirtschaftlichen D-Day“ für den Iran und drohte Unterstützern Teherans mit drakonischen Maßnahmen. Details zu seinen Plänen lieferte Trump zunächst nicht. US-Finanzminister Scott Bessent will auf einer Pressekonferenz über das Vorhaben informieren und sprach von den „härtesten Sanktionen der Geschichte“, die man verhängen wolle.
Iranische Staatsmedien hatten sich nach Trumps Ansage gelassen gegeben. Die USA versuchten seit Jahren, jegliche finanzielle und wirtschaftliche Beziehungen zum Iran zu unterbinden, schrieb etwa die Nachrichtenagentur Tasnim. Der Iran habe jedoch „gelernt, diese Beschränkungen zu umgehen, und ist darin mittlerweile sehr versiert“. Ähnlich äußerte sich Außenminister Abbas Araghtschi. Wirtschaftliche Kriegsführung sei ein immer wiederkehrendes Muster und Teil der langjährigen Einschüchterungstaktik Washingtons. Der Iran habe gelernt, damit umzugehen, fügte er hinzu.
Bei einem IndyCar-Rennen zum 250. Jubiläum der USA hat Präsident Donald Trump eine Ehrenrunde auf der Strecke mitten in Washington gedreht. Gemeinsam mit seiner Frau Melania wurde Trump in seiner Präsidentenlimousine über die rund 2,7 Kilometer lange Rennstrecke gefahren, die an Wahrzeichen wie dem Kapitol oder dem Washington Monument vorbeiführt. Anschließend gab er mit der grünen Fahne das Rennen der nordamerikanischen IndyCar-Rennserie frei. Die Rennwagen fahren dabei mit über 250 Kilometern pro Stunde über die Straßen der Hauptstadt. Auch Mick Schumacher, Sohn von Formel-1-Rekordchampion Michael Schumacher, ging in Washington an den Start. Zuvor waren mehrere Kampfjets in Formation über Washington zu sehen.
Nach der Eskalation im Zollstreit zwischen den USA und Kanada warnen Wirtschaftsverbände in beiden Ländern vor den Folgen und dringen auf eine Rückkehr an den Verhandlungstisch. Neue Zölle könnten die Kosten für US-Unternehmen und Verbraucher erhöhen, wichtige Lieferketten stören und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern belasten, erklärte Joshua Bolten, der Vorsitzende der US-Managervereinigung Business Roundtable. Beide Regierungen sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren und schädliche Zölle abschaffen, forderte Bolten. Ähnlich äußerte sich der Chef des kanadischen Industrieverbandes: „Unser Wunsch wäre, dass sie schnell wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren. Ich glaube aber nicht, dass das in absehbarer Zeit passieren wird“, sagte Dennis Darby der Zeitung „Globe and Mail“. Darby ist auch Mitglied des Beratungsgremiums von Premierminister Mark Carney für die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA. Besonders problematisch sei die anhaltende Ungewissheit für die Investitionsbereitschaft von Unternehmen, so Darby. Wenn das Hin und Her langfristig anhalte, könne dies das Vertrauen der Firmen in ihre Investitionsentscheidungen untergraben, warnte der Verbandschef.