Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist im zweiten Aufeinandertreffen mit Griechenland nicht über ein torloses Unentschieden hinausgekommen. Eine Woche nach der 0:1-Niederlage in Augsburg endete das Rückspiel in Thessaloniki am Ende mit 0:0. Für Bundestrainer Jürgen Klopp ist es damit der nächste Rückschlag in seiner noch jungen Amtszeit.
Kapitän Florian Wirtz zeigte sich nach der Partie dennoch zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. «Ich glaube, wir haben ziemlich viel Druck aufgebaut. Wir haben am Ende einfach das scheiß Tor nicht gemacht. Ist ärgerlich, trotzdem können wir zufrieden sein, wie wir gespielt haben», sagte der 23-Jährige im Interview. «Es war sehr, sehr viel Gutes dabei. Es ist natürlich jetzt nicht alles schlecht.»
Die deutsche Elf dominierte das Spiel über weite Strecken, tat sich aber schwer, den tief stehenden griechischen Abwehrblock zu durchbrechen. Bereits zur Pause stand es nach Torschüssen 13:1 für Deutschland, doch Tore wollten nicht fallen. Die Griechen verteidigten wie schon in Augsburg mit einem tiefen Block und lauerten auf Konter.
Für Aufregung sorgte zunächst Torhüter Jonas Urbig, der überraschend erneut den Vorzug erhielt. Beim ersten griechischen Angriff über die linke Seite kam Giorgos Masouras völlig frei im Strafraum zum Kopfball. Urbig kratzte den Ball mit einem spektakulären Reflex von der Linie und bewahrte sein Team vor dem frühen Rückstand. Es war ein Weckruf für die deutsche Mannschaft, die danach das Kommando übernahm.
Klopp hatte seine Startelf im Vergleich zum 2:0 gegen Serbien nur auf drei Positionen verändert. David Raum, Lennart Karl und Jonathan Burkardt rückten neu in die Elf. Das Mittelfeld-Trio mit Tom Bischof, Florian Wirtz und Aleksandar Pavlovic blieb unverändert. Wirtz führte die DFB-Elf in seinem 48. Länderspiel erstmals als Kapitän an und war auch der Hauptinitiator der deutschen Angriffe.
In der 32. Minute jubelten Klopp und seine Spieler bereits über den vermeintlichen Führungstreffer von Jonathan Burkardt, doch der Videobeweis machte den Treffer zunichte. Zuvor war Bischof im Mittelfeld der Ball an die Hand gesprungen. Auch ein Volley-Abschluss von Wirtz in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit trudelte am Tor vorbei.
Nach dem Seitenwechsel kehrte BVB-Jungstar Konstantinos Karetsas bei den Griechen zurück, doch am Spielverlauf änderte sich wenig. Deutschland blieb spielbestimmend, fand aber keine Lücke. Klopp brachte mit Nick Woltemade und Said El Mala neue Offensivkräfte, doch die erhoffte Wirkung blieb aus. Immer wieder drohte der griechische Gegenschlag, die deutsche Abwehr um Waldemar Anton und Malick Thiaw war gefordert.
In der Schlussphase vergab Philipp Treu aus kurzer Distanz über das Tor. So blieb es beim 0:0, das sich für die deutsche Mannschaft wie eine Niederlage anfühlt. In der Gruppe 2 der Nations League rangiert das DFB-Team mit fünf Punkten aus vier Spielen nur auf Platz drei hinter den Niederlanden und Griechenland. Der direkte Vergleich mit den Griechen ist bei Punktgleichheit bereits verloren.
Klopp wird Mitte November mit einem A-Team um Kapitän Joshua Kimmich den Sechs-Punkte-Endspurt in Serbien und gegen die Niederlande in Berlin angehen. Dann wird der 59-Jährige nicht mehr mit zwei Kadern und etlichen Neulingen experimentieren. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus sagte: «Die erste Halbzeit war wie aus einem Guss, aber die ganz klaren Abschlüsse haben vielleicht ein bisschen gefehlt.» Zur Bilanz des neuen Bundestrainers meinte er: «Man hat gesehen, dass die Mannschaft auf jeden Fall will, dass sie Spaß und Freude auf dem Platz hat. Die Punkteausbeute – damit können wir nicht zufrieden sein.»