Die Hackergruppe CyberLeek, die seit Monaten immer wieder kurze Videoclips aus dem kommenden Rockstar-Spiel Grand Theft Auto 6 veröffentlicht, sorgt erneut für Aufsehen. Diesmal geht es nicht um einzelne Szenen, sondern um die Behauptung, man könne eine vollständig spielbare Version des Spiels veröffentlichen – von Anfang bis Ende. Das berichten mehrere Spielemagazine übereinstimmend.
Die Gruppe verlangt nach eigenen Angaben Geld in einer von ihr selbst ausgegebenen Kryptowährung. Erst wenn genügend Fans einzahlen, wolle man den vollständigen Build ins Netz stellen. Ob es sich dabei um eine ernstzunehmende Drohung, eine Einschüchterungstaktik oder schlicht um einen Betrugsversuch handelt, ist unklar. Klar ist: Wer jetzt in die unbekannte CyberLeek-Kryptowährung investiert, geht ein erhebliches Risiko ein. Es gibt keinerlei Garantie, dass im Gegenzug tatsächlich spielbare Software geliefert wird.
GTA 6 gilt als eines der am sehnsüchtigsten erwarteten Spiele der vergangenen Jahre. Der Release steht kurz bevor – laut offiziellen Angaben dauert es nur noch etwas mehr als einen Monat. Allerdings betrifft das bislang nur Konsolenfassungen. Einen konkreten Termin für eine PC-Version gibt es weiterhin nicht. Genau diese Ungeduld scheinen sich die Leaker zunutze machen zu wollen.
CyberLeek ist kein unbeschriebenes Blatt. Die Gruppe hat in der Vergangenheit wiederholt kurze Ausschnitte aus dem Spiel veröffentlicht und damit für erhebliche Unruhe bei Publisher Take-Two und Entwickler Rockstar Games gesorgt. Die nun erhobene Forderung nach Kryptogeld ist eine neue Eskalationsstufe. Sie erinnert an frühere Fälle, in denen Hacker mit gestohlenen Daten Geld erpressen wollten – allerdings ohne dass jemals ein vollständiges, spielbares Produkt an die Öffentlichkeit gelangte.
Für Fans ist die Versuchung verständlich, aber die Risiken sind enorm. Abgesehen vom finanziellen Verlust, falls die Gruppe nicht liefert, könnte der Erwerb oder die Nutzung einer illegal verbreiteten Spielversion rechtliche Konsequenzen haben. Zudem warnen Sicherheitsexperten seit Jahren davor, unbekannte Kryptowährungen oder obskure Download-Quellen zu nutzen – die Gefahr von Schadsoftware ist hoch.
Ob CyberLeek tatsächlich über einen vollständigen Build verfügt, ist fraglich. Bislang hat die Gruppe nur kurze Clips gezeigt, die auch aus einer frühen Entwicklungsphase stammen könnten. Ein spielbares Endprodukt wäre ein völlig anderes Kaliber und würde einen massiven Sicherheitsbruch bei Rockstar voraussetzen. Der Publisher hat sich zu den jüngsten Behauptungen bislang nicht öffentlich geäußert.
Die Spielebranche beobachtet den Fall aufmerksam. Sollte es CyberLeek gelingen, tatsächlich spielbare Software zu veröffentlichen, wäre das ein beispielloser Vorgang. Sollte die Drohung hingegen leer bleiben, wäre es ein weiterer Fall, in dem eine Hackergruppe die Ungeduld der Community für eigene Zwecke ausnutzt. Für Spielerinnen und Spieler bleibt die einfachste und sicherste Option: abwarten und das Spiel auf offiziellem Weg erwerben.