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Ölreserven schwinden: Sorge vor großer Energiekrise wächst

Die strategischen Ölreserven der großen Volkswirtschaften gehen zur Neige, während der Iran-Konflikt sich zuspitzt und der Ölpreis über 100 US-Dollar bleibt. Ein Drohnenangriff auf Saudi-Arabiens Ost-West-Pipeline und die Blockade der Straße von Hormus verschärfen die Lage.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Die Weltwirtschaft steht vor einer drohenden Ölkrise, weil die strategischen Reserven der großen Volkswirtschaften zur Neige gehen und der Konflikt in der Golfregion sich weiter zuspitzt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent liegt bei über 100 US-Dollar, nachdem ein Drohnenangriff auf eine wichtige Pumpstation der saudi-arabischen Ost-West-Pipeline die Lieferungen unterbrochen hat. Diese Pipeline hatte bislang einen erheblichen Teil der ausgefallenen Exporte über die Straße von Hormus kompensiert.

Nach Angaben der Analysefirma Capital Economics deckte die Ost-West-Pipeline zuletzt vier Prozent des weltweiten Ölbedarfs. Saudi-Arabien hat den Betrieb nach dem Angriff vom vergangenen Freitag eingestellt. Die Hälfte der Kapazität soll innerhalb von Tagen wiederhergestellt werden, der Vollbetrieb könnte jedoch sechs Wochen dauern. Die Experten von Kpler rechnen mit einem etwa einmonatigen Ausfall, wodurch dem Weltmarkt weitere 120 Millionen Barrel Öl entzogen würden. Berichte, wonach Saudi-Arabien die Verladung am Exportknotenpunkt Janbu ausgesetzt und europäische Kunden über Lieferausfälle im September informiert hat, deuten auf eine längere Unterbrechung hin.

Die Straße von Hormus bleibt für den Schiffsverkehr weitgehend blockiert. Am Dienstag passierten nur vier Handelsschiffe die Meerenge, während vor Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar durchschnittlich mehr als 120 große Frachter täglich die Route nutzten. Die US-Marine bemüht sich um eine sichere Route entlang der omanischen Küste, bislang jedoch ohne durchschlagenden Erfolg. Die Friedensbemühungen zwischen den USA und dem Iran sind praktisch zum Erliegen gekommen, seit Wochen kommt es wieder zu wechselseitigen Angriffen auf Handelsschiffe und Stützpunkte.

Zusätzlich bedrohen die mit dem Iran verbündeten Huthis im Jemen die Einfahrt vom Golf von Aden ins Rote Meer. Nach einer Blitzoffensive kontrollieren sie den Großteil der jemenitischen Küste an der Meerenge Bab al-Mandab, dem «Tor der Tränen», sowie mehrere vorgelagerte Inseln. Die Meerenge ist für die Weltwirtschaft noch bedeutender als die Straße von Hormus: Etwa zwölf Prozent des weltweiten Seehandels verlaufen durch das nur 27 Kilometer breite Nadelöhr zwischen Jemen und Dschibuti. Berichten zufolge graben sich die Huthis dort ein und setzen möglicherweise auch Minen ein, wobei unklar ist, ob an Land oder auf See.

Die Schifffahrt reagiert bereits: Reeder meiden zunehmend das Rote Meer und wählen den Umweg um Afrika, was pro Reise 10 bis 14 Tage kostet. Nach Daten von S&P Global Commodity Insights sank der Transport von Rohöl und Kondensaten durch Bab al-Mandab von 3,14 Millionen Barrel täglich im Juli auf 1,5 Millionen im August. Die Huthis haben in der Vergangenheit mehrfach Frachtschiffe im Roten Meer attackiert, und von den neu eroberten Stellungen aus könnten weitere Angriffe auf Schiffe in der Meerenge nur eine Frage der Zeit sein.

Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt, die Folgen des Iran-Kriegs summierten sich zur größten Bedrohung für die globale Energiesicherheit. Neben den Kriegshandlungen in der Golfregion belasten auch ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien und Infrastruktur die Ölindustrie. Der Ölpreis war nach einer zweitägigen Rally zu Beginn der Woche zwar leicht auf 104 US-Dollar gefallen, könnte sich mit der nächsten Hiobsbotschaft aus dem Nahen Osten aber schnell wieder nach oben bewegen. Saudi-Arabien versuchte am Mittwoch, einen weiteren Anstieg zu verhindern, indem es zusätzliche Rohöllieferungen nach Asien ankündigte, die auf Schiffen vor der Küste Omans umgeladen werden sollen.

Für die Verbraucher in Deutschland und Europa bedeutet die angespannte Lage weiterhin hohe Kraftstoffpreise. Ob die strategischen Reserven ausreichen, um einen weiteren Preisschub abzufedern, ist offen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Ost-West-Pipeline rechtzeitig wieder in Betrieb geht und ob die Huthis ihre Drohung gegen die Schifffahrt in Bab al-Mandab wahr machen.