Ein Team aus Fans hat angekündigt, den Multiplayer von Mass Effect 3 in die Legendary Edition des Spiels zu übertragen. Die Mod wird vom ME3Tweaks-Team entwickelt, angeführt von Mgamerz, und soll am N7-Day erscheinen, dem 7. November. Besitzerinnen und Besitzer der Legendary Edition können sie kostenlos nutzen.
Die Legendary Edition, die 2021 veröffentlicht wurde, enthielt den Multiplayer von Mass Effect 3 nicht, obwohl eine engagierte Fangemeinde seit Jahren darauf gewartet hatte. Die ursprünglichen Multiplayer-Server des Spiels laufen zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch. Genau dieser Umstand macht die Lücke für viele Spielerinnen und Spieler besonders spürbar: Der kooperative Modus existiert weiterhin, ist aber in der aktuellen Fassung nicht zugänglich. Das Team will diese Lücke schließen und dafür sorgen, dass der kooperative Modus für alle erhalten bleibt, die ihn schätzen.
Die Arbeit begann Ende 2023 und entstand aus einem Projekt zur Randomisierung von Mass Effect 2, der Legendary Edition 2. Im Zuge dessen portiert das Team unter anderem einen Prototyp einer Mass-Effect-2-Mission in Mass Effect 3. Zum Umfang gehören Audio, Shader, eine neu berechnete Beleuchtung, Texturen und Korrekturen am Deckungssystem. Dabei geht es nicht nur um die reine Übertragung des Multiplayers, sondern um eine Neuaufsetzung der Technik. Ziel sei ein Grundgerüst, das künftigen Modderinnen und Moddern erweiterte Möglichkeiten bietet, auch über dieses Projekt hinaus.
Das Team stand 2021 mit BioWare unter einer Geheimhaltungsvereinbarung und hat dem Studio damals Feedback zum Modding gegeben. Diese frühere Zusammenarbeit prägt heute das Selbstverständnis der Gruppe. Mit der Übernahme durch EA verbindet sie nun Sorge: Sie befürchtet, dass neue Eigentümer den Zugang zu Modding-Werkzeugen einschränken könnten. Gerade weil BioWare als Studio nicht mehr existiert, empfindet das Team die Verantwortung für das Erbe der Reihe deutlich stärker als zuvor. Die Mod wird damit zu einem Versuch, Teile dieses Erbes eigenständig zu sichern, bevor sich die Rahmenbedingungen weiter verändern.
Mgamerz selbst hat sich einen Arm gebrochen, was die Arbeit um sechs bis acht Monate verzögert hat. Der Ausfall zeigt, wie stark ein solches Projekt an wenige Schlüsselpersonen gebunden ist. Das Team rechnet außerdem mit einem holprigen ersten Tag nach dem Start, wenn viele Spielerinnen und Spieler gleichzeitig auf den Multiplayer zugreifen. Die Mod soll zeigen, wie Fans ein Spiel über das Ende des Entwicklerstudios hinaus lebendig halten können, und ob dies unter den neuen Bedingungen dauerhaft möglich bleibt.