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Pokémon eignet sich nach Ansicht eines Autors für einen Horrorfilm ab 16

Ein IGN-Autor argumentiert, dass die Pokémon-Reihe mit ihren psychischen Kräften und dunklen Hintergrundgeschichten ideal für einen erwachsenen Horrorfilm wäre.

Pokémon als düsteren Horrorfilm mit Altersfreigabe ab 16 Jahren? Ein Autor des Magazins IGN hält genau diese Richtung für naheliegend. Nach einer erneuten Sichtung der ersten Anime-Staffel kommt er zu dem Schluss, dass im Franchise weit mehr Potenzial für Gruseliges steckt, als die kindgerechte Fassade vermuten lässt.

Den Anstoß lieferte eine Folge-Trilogie aus der ersten Staffel, die Episoden 21 bis 23 mit dem Titel «Abra and the Psychic Showdown». Ash muss dort die Psycho-Arenaleiterin Sabrina in Safrangelb besiegen, um seinen nächsten Orden zu erhalten. Sabrina ist eine außergewöhnlich starke Trainerin, die dabei wirkt, als hätte sie den Verstand verloren. Nach Ashs erster Niederlage verkleinert sie ihn und seine Freunde auf Puppengröße, setzt sie in eine kleine Stadt und versucht, sie mit einem Spielzeugball zu töten. Der Autor beschreibt diese Szenen als erstaunlich intensiv für eine Kinderserie.

Auch Sabrinas Hintergrundgeschichte geht weit über das Übliche hinaus. Als Kind verwandelte sie versehentlich ihre Mutter in eine Puppe, woraufhin sich ein Teil ihrer Persönlichkeit in eine unheimliche Marionette abspaltete und sie den Halt verlor. Ash besiegt sie schließlich und hilft, ihre Familie zu retten, indem er Lachen als Waffe über ein Haunter einsetzt. Der Autor räumt ein, dass dieses Ende die Geschichte deutlich entschärft, die Vorgeschichte bleibe aber ungewöhnlich düster.

Als Kind habe ihn genau diese Tiefe begeistert, schreibt der Autor. Beim Wiedersehen als Erwachsener wecke sie vor allem den Wunsch nach mehr davon. Pokémon seien schließlich keine bloßen niedlichen Begleiter, sondern im Wortsinn Monster mit übernatürlichen Fähigkeiten, die laut Kanon bereits Menschen getötet haben. Dass Menschen mit überlegener Technik mit ihnen zusammenleben können, nehme diesem Schrecken nichts.

Besonders der erste Kinofilm, «Pokémon: Der erste Film», liefert nach Ansicht des Autors Stoff für einen Horrorfilm. Dort wird das legendäre 151. Pokémon Mewtwo eingeführt, das Wissenschaftler aus einem der stärksten Pokémon des Planeten klonen. Mewtwo bricht aus dem Labor aus, will die Überlegenheit über Menschen und natürliche Pokémon beweisen und lockt starke Trainer auf eine Insel, um deren Pokémon zu «verbesserten» Klonen zu machen. Dafür übernimmt er die Kontrolle über Nurse Joy. Am Ende löscht er die Erinnerungen aller Beteiligten an die Insel.

Der Autor sieht darin zwei Fähigkeiten, die sich fast zwangsläufig für das Horrorgenre eignen: Gedankenkontrolle und das Auslöschen von Erinnerungen. Hinzu kommen Mewtwos telekinetische Kräfte und die Fähigkeit, das Wetter zu beeinflussen. Als Vorbild für einen solchen Film nennt er den Ansatz der Serie «Alien: Earth», die das Franchise mit psychologischem Schrecken neu aufgeladen hat. Denkbar sei etwa, dass Mewtwo seine Kräfte zunächst subtil an den Menschen um sich herum erprobt, bevor er ausbricht und alle Beteiligten nach und nach mit Telekinese tötet.

Auch andere psychische Pokémon bieten nach Einschätzung des Autors düstere Geschichten. Hypno soll Menschen hypnotisieren und ihre Träume verschlingen. Mr. Mime wirke in «Meisterdetektiv Pikachu» zwar komisch, habe aber eine natürliche Unheimlichkeit als psychischer Pantomime. Angesichts der vielen Jahre an Detailarbeit an diesen Figuren sei der Schritt zum Horror kein weiter Sprung, meint der Autor. Er ist überzeugt, dass erwachsene Fans auf eine R-Rated-Ursprungsgeschichte um Mewtwo begeistert reagieren würden.

Ob ein solcher Film jemals entsteht, bleibt offen. Der Beitrag selbst beschäftigt sich vor allem mit der Frage, warum das Franchise diesen Schritt bislang nicht gegangen ist, ohne dafür offizielle Stellungnahmen oder konkrete Pläne des Herstellers anzuführen.

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