Die belarussischen Behörden haben einen Haftbefehl gegen Mitarbeiterinnen der Deutschen Welle erlassen. Die Journalistinnen werden nach Berichten mit dem Vorwurf in Verbindung gebracht, einer als »extremistisch« eingestuften Organisation anzugehören. Der Sender bestätigt, dass die Betroffenen auf einer Fahndungsliste geführt werden.
Generalintendantin der Deutschen Welle, Barbara Massing, bezeichnet das Vorgehen als Versuch, Journalismus zu kriminalisieren. Die Maßnahme trifft damit nicht nur einzelne Personen, sondern die Arbeit des internationalen Rundfunks insgesamt. Die Deutsche Welle ist der Auslandssender Deutschlands und berichtet unter anderem in die Länder Osteuropas.
Über die Zahl der betroffenen Journalistinnen gibt es bislang keine gesicherte Angabe. Auch die Namen der Gesuchten wurden in den vorliegenden Informationen nicht genannt. Ob über den Haftbefehl hinaus Anklagen oder weitere Verfahren bestehen, ist ebenso unklar wie die Frage, ob sich Mitarbeiterinnen derzeit in Belarus aufhalten.
Der Fall wirft die Frage auf, ob der Haftbefehl tatsächlich zu einer Festnahme führen könnte, etwa wenn die Betroffenen ins Ausland reisen. Die Berichterstattung über die Angelegenheit stützt sich unter anderem auf Angaben der Deutschen Welle selbst, die Die Zeit und der Deutschlandfunk aufgegriffen haben.
Der Fall steht im Kontext der Pressefreiheit in Belarus, wo unabhängige Berichterstattung seit Jahren unter erheblichem Druck steht. Die Deutsche Welle ist für viele Menschen in der Region eine wichtige Informationsquelle, weshalb das Vorgehen gegen ihre Redaktion über den einzelnen Fall hinaus Beachtung findet.