Fast ein Vierteljahrhundert nach dem Original kehrt Godzilla: Destroy All Monsters Melee zurück. Atari und das Entwicklerstudio Pipeworks bringen den Arena-Brawler am 3. November 2026 als Remastered-Version für PC, Nintendo Switch 2, PlayStation 5 und Xbox Series X/S heraus. Die Ankündigung beendet eine lange Durststrecke für Fans der Reihe, die seit Godzilla: Unleashed aus dem Jahr 2007 auf ein neues Spiel mit dem King of the Monsters gewartet haben.
Senior Designer Simon Strange, der bereits am Original von 2002 mitarbeitete, erklärte im Gespräch mit IGN, warum die Rückkehr so lange gedauert hat. Das ursprüngliche Spiel basierte auf der hauseigenen Engine Spigot, die über die Jahre technisch veraltet war. Eine Modernisierung dieser Engine für aktuelle Konsolen und DirectX-Versionen erschien lange als unüberwindbare Hürde. Die Lösung kam schließlich von einem Ingenieur, der einst die Compiler für Spigot geschrieben hatte: Er entwickelte ein Werkzeug, das die proprietären Datenformate des Originals in gängige Formate für andere Engines wie Unreal konvertieren konnte. Dadurch wurden sämtliche Assets aus dem Jahr 2002 plötzlich nutzbar. „Ich habe angefangen, damit herumzuspielen, und plötzlich hatte ich die Charaktere am Laufen und die Städte eingebaut“, sagte Strange. Daraufhin kontaktierte das Team Atari und Toho – und das Projekt war geboren.
Die Bezeichnung „Remastered“ sei dabei bewusst gewählt, obwohl „Remake“ technisch korrekter wäre, räumte Strange ein. „Remaster ist ein Begriff, den die Leute verstehen“, sagte er. Die Mischung ist ungewöhnlich: Die Animationen aller Charaktere, die Audio-Dateien, die Steuerung und die Abfolge der Kämpfe im Abenteuermodus stammen direkt aus dem Original. Die Charakter-Modelle, Texturen der Gebäude, Beleuchtung und visuelle Effekte wurden dagegen komplett neu erstellt. Strange schätzt das Verhältnis auf etwa 40 Prozent direkt übernommene Inhalte und 60 Prozent neue Arbeit, die jedoch den Geist des Originals bewahren soll.
Ein besonderes Highlight der Neuauflage ist der spielbare Mechagodzilla in der Showa-Ära-Version. Gleichzeitig mussten die Entwickler Abstriche machen: Der Smog-Monster Hedorah, bekannt aus dem Film von 1971, schaffte es nicht in den finalen Kader. Strange ging auf die Entscheidung ein, ohne ins Detail zu gehen, warum genau der Charakter gestrichen wurde. Die Fangemeinde hatte sich über Jahre hinweg für eine Rückkehr der Serie eingesetzt, nachdem das Studio nach Unleashed keine Godzilla-Spiele mehr veröffentlicht hatte.
Die Veröffentlichung fällt in ein bemerkenswertes Release-Fenster: Nur wenige Wochen vor dem erwarteten Launch von Grand Theft Auto VI. Strange zeigte sich angesichts dieser Konkurrenz gelassen. Die Zielgruppen überschneiden sich nur teilweise, und für Kaiju-Fans gebe es seit Jahren keinen vergleichbaren Titel. Zudem ließ er durchblicken, dass die technische Lösung für die Asset-Konvertierung auch für andere Spiele aus der Godzilla-Reihe genutzt werden könnte. Auf die Frage nach möglichen Remastered-Versionen von Godzilla: Save the Earth und Godzilla: Unleashed antwortete er ausweichend, schloss aber nichts aus. Die Zukunft der Serie hängt nach seinen Worten vom Erfolg des kommenden Titels ab.
Das Original erhielt bei seinem Erscheinen 2002 von IGN die Wertung 8,4 von 10 Punkten. Die Redaktion lobte damals vor allem den Mehrspieler-Modus als eines der besten Erlebnisse auf dem GameCube. Ob die Neuauflage an diese Qualität anknüpfen kann, werden Spielerinnen und Spieler ab November 2026 selbst testen können.