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Tom Cruise kehrt mit erstem langen Interview seit Jahrzehnten zurück

Tom Cruise gibt GQ sein erstes ausführliches Einzelinterview seit Jahrzehnten, während er für seinen neuen Film «Digger» wirbt und eine mögliche Oscar-Kampagne vorbereitet.

Tom Cruise wagt sich nach langer Zurückhaltung wieder auf das Parkett der ausführlichen Interviews. Der Hollywoodstar hat dem Magazin GQ sein erstes echtes langformatiges Einzelgespräch seit Jahrzehnten gegeben. Anlass ist sein neuer Film «Digger», für den der Schauspieler offenbar eine gezielte Kampagne fährt — möglicherweise mit Blick auf die kommende Oscar-Saison.

Das Interview markiert eine bemerkenswerte Wende in der Öffentlichkeitsarbeit des 63-Jährigen. Seit seinem legendären Auftritt auf der Couch von Oprah Winfrey vor rund zwanzig Jahren, bei dem er seine Begeisterung für Katie Holmes äußerst demonstrativ zeigte, hatte Cruise große, persönliche Fernsehinterviews weitgehend gemieden. Stattdessen konzentrierte er sich auf sorgfältig kontrollierte Auftritte bei Filmpremieren und Fan-Events, bei denen er zwar enthusiastisch wirkte, aber kaum Einblicke in sein Privatleben gewährte.

Das GQ-Gespräch gilt als erster wirklicher Schritt zurück in den Interview-Zirkus, auch wenn es weiterhin sorgfältig kuratiert sein dürfte. Cruise ist bekannt dafür, die Bedingungen seiner öffentlichen Auftritte genau zu kontrollieren. Dennoch werten Branchenbeobachter die Tatsache, dass er sich überhaupt auf ein längeres Einzelinterview einlässt, als Signal für eine neue Strategie. Der Schauspieler scheint bereit, sich dem Publikum und der Academy of Motion Picture Arts and Sciences wieder persönlich zu präsentieren.

Hintergrund ist der Film «Digger», mit dem Cruise offenbar auf Auszeichnungen schielt. Der Zeitpunkt des Interviews kurz vor der heißen Phase der Filmpreis-Saison ist kein Zufall. In der Vergangenheit hatte Cruise mit Filmen wie «Top Gun: Maverick» zwar große kommerzielle Erfolge gefeiert, war bei den Oscars jedoch weitgehend leer ausgegangen. Ein intensiverer Interview-Marathon könnte helfen, das Bild des distanzierten Superstars aufzulockern und Wählerstimmen für «Digger» zu gewinnen.

Die Rückkehr in die Interview-Routine ist für Cruise ungewöhnlich. Jahrzehntelang hatte er seine öffentlichen Äußerungen auf ein Minimum beschränkt und sich lieber über seine Arbeit als über sein Privatleben definiert. Sein damaliger Couch-Sprung bei Oprah Winfrey im Jahr 2005 war zu einem popkulturellen Moment geworden, der sein öffentliches Image nachhaltig prägte — teils belastend, teils ikonisch. Seitdem hat der Star seine Auftritte penibel kontrolliert und persönliche Themen ausgespart.

Nun scheint Cruise zu testen, wie viel Nähe das Publikum zulässt, ohne dass er die Kontrolle verliert. Das GQ-Interview dürfte daher weniger ein intimes Bekenntnis als ein kalkulierter Schritt sein, um «Digger» ins Gespräch zu bringen. Für seine Fans und die Filmbranche ist es dennoch ein bemerkenswerter Moment: Der Mann, der jahrelang schwieg, spricht wieder — wenn auch weiterhin auf seine eigenen Bedingungen.

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