Das London Film Festival hat mit «Elsinore» einen Auftakt gefeiert, der die Aufmerksamkeit auf Andrew Scott lenkt. Der Schauspieler verkörpert in dem Film einen sterbenden Darsteller und erntet für diese Rolle bereits jetzt Oscar-Spekulationen. Die Premiere beim Festival gilt als einer der Höhepunkte des diesjährigen Programms.
Scott spielt in «Elsinore» einen Schauspieler, der mit einer tödlichen Krankheit konfrontiert ist. Die Handlung greift dabei auch die AIDS-Krise auf, ein Thema, das der Film bewusst in den Mittelpunkt rückt. Scott selbst betont, dass Filme diese historische Katastrophe weiterhin behandeln sollten. «Die Scham liegt bei den Regierungen, die sie ignoriert haben», wird der Schauspieler zitiert. Damit positioniert er sich klar zu einer gesellschaftlichen Debatte, die weit über das Kino hinausreicht.
Die Kritiken zum Film fallen außergewöhnlich positiv aus. Der «London Evening Standard» spricht von einer «verheerenden Performance fürs Leben» und sieht Scott auf dem Weg zu einem Oscar. Auch andere Beobachter loben die schauspielerische Leistung als herausragend. Für das Festival, das als wichtiger Vorbote der Award-Saison gilt, ist «Elsinore» damit ein starker Eröffnungsfilm.
Neben Andrew Scott ist auch Olivia Colman in dem Film zu sehen. Die Besetzung dürfte das Interesse an «Elsinore» weiter steigern. Beide gehören zu den profiliertesten britischen Darstellern ihrer Generation, und ihr Zusammenspiel wird in den ersten Reaktionen hervorgehoben. Der Film verbindet ein intimes Porträt eines Künstlers am Lebensende mit einer politischen Dimension, die an die Verantwortung von Regierungen in der AIDS-Krise erinnert.
Für Andrew Scott ist die Rolle ein weiterer Höhepunkt einer vielseitigen Karriere. Der Schauspieler wurde einem breiten Publikum durch seine Arbeit in Film, Fernsehen und Theater bekannt. In «Elsinore» zeigt er eine Verletzlichkeit, die Kritiker als neue Facette seines Könnens beschreiben. Sollte sich der Oscar-Talk bestätigen, könnte der Film seine Karriere auf ein neues Level heben.
Das London Film Festival dauert noch an und präsentiert in diesem Jahr eine Reihe internationaler Produktionen. «Elsinore» sticht jedoch schon jetzt heraus, nicht zuletzt wegen der politischen Botschaft, die der Film transportiert. Die AIDS-Krise, die in den 1980er- und 1990er-Jahren unzählige Menschenleben forderte, wird in «Elsinore» nicht als historisches Randthema behandelt, sondern als zentraler Bestandteil der Handlung. Scott macht deutlich, dass er diese Verantwortung auch außerhalb des Films ernst nimmt.
Ob «Elsinore» tatsächlich in der kommenden Award-Saison eine Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten. Die ersten Reaktionen aus London legen jedoch nahe, dass der Film und sein Hauptdarsteller zu den ernsthaften Anwärtern gehören. Für das Publikum in Deutschland bleibt abzuwarten, wann «Elsinore» hierzulande zu sehen sein wird. Klar ist: Andrew Scott hat mit dieser Rolle ein Ausrufezeichen gesetzt.