Der Chipkonzern Intel hat die Börse mit seiner Prognose für das laufende Quartal schwer enttäuscht. Im nachbörslichen Handel brach die Aktie in einer ersten Reaktion um rund ein Fünftel ein. Nach einer langen Durststrecke hatte das Unternehmen zuletzt Anzeichen einer Besserung gezeigt, doch die neuen Erwartungen fielen deutlich schlechter aus als gehofft.
Intel rechnet für das laufende Vierteljahr mit einem Umsatz zwischen 15 und 16 Milliarden US-Dollar. Analysten hatten eher mit rund 17 Milliarden Dollar gerechnet. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie blieb das Unternehmen weit hinter den Markterwartungen zurück: Für das Quartal stellt Intel 25 US-Cent in Aussicht, erwartet worden waren 43 Cent. Die Diskrepanz zwischen Prognose und Konsens ist damit beim Ergebnis je Aktie besonders groß.
Als Ursache nennt das Unternehmen hohe Speicherpreise. Intel-Finanzchef David Zinsner sagte dem Wirtschaftssender CNBC, das Unternehmen stelle seit Wochen eine Abschwächung des Geschäfts fest, weil wegen der hohen Preise weniger Geräte gekauft würden. Das Geschäft mit Personal Computern werde auch noch über das erste Halbjahr 2027 hinaus gebremst laufen, betonte Zinsner. Damit rechnet Intel nicht mit einer kurzfristigen Entspannung in diesem Segment.
Hintergrund ist der starke Anstieg der Speicherpreise in den vergangenen Monaten. Er geht nach den vorliegenden Angaben auf die hohe Nachfrage zum Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz zurück. Diese Nachfrage verteuert Speicherbausteine und wirkt sich mittelbar auf Computer aus, deren Preise dadurch steigen. Die Folge ist, dass Kunden Anschaffungen aufschieben oder ganz verzichten, was Intel als großen Prozessorhersteller für PCs unmittelbar trifft.
Im vergangenen Quartal lief das Geschäft zunächst etwas günstiger. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 16,5 Milliarden US-Dollar zu und entsprach damit in etwa den Analystenerwartungen. Unter dem Strich sank der Gewinn jedoch um 18 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar. Das zeigt, dass das Umsatzwachstum zwar anhielt, die Ertragslage aber bereits unter Druck stand, bevor die neue Prognose die Erwartungen weiter verfehlte.
Für den Konzern bedeutet die schwache Vorschau eine erneute Belastungsprobe. Die deutliche Kursreaktion macht sichtbar, wie empfindlich Anleger auf die Aussichten für die kommenden Monate reagieren. Ob sich die Speicherpreise und damit die Nachfrage nach Computern in absehbarer Zeit wieder beruhigen, ist derzeit offen.