Der September zeigt in Deutschland schon in seiner ersten vollen Woche, wie schnell der Übergang vom Spätsommer zum Herbst verlaufen kann. Der Deutsche Wetterdienst erwartet zunächst regional Gewitter und anschließend häufiger ruhigeres Hochdruckwetter. Für die zweite Monatshälfte ist die Vorhersage naturgemäß deutlich unsicherer – ein durchgehend stabiles Septembermuster lässt sich daraus heute nicht ableiten.
Am 7. und 8. September liegt Deutschland noch im Einflussbereich warmer und teils feuchter Luft. Regional sind kräftige Schauer und Gewitter möglich. Besonders im Nordosten und Südwesten können sich Gewitter entwickeln; lokal sind Starkregen und stürmische Böen nicht ausgeschlossen. Im Süden brachte die warme Luft zu Wochenbeginn zudem noch einmal deutlich sommerliche Temperaturen.
Zur Wochenmitte verändert sich die Lage. Der DWD sieht am Mittwoch vor allem im Südosten ein erhöhtes Potenzial für markante Gewitter mit Starkregen und stürmischen Böen. Dahinter stabilisiert sich die Atmosphäre zunehmend. Für Donnerstag und Freitag werden nach der aktuellen Wochenvorhersage keine verbreiteten markanten Wettererscheinungen erwartet, und auch das Wochenende könnte vielerorts unter Hochdruckeinfluss ruhiger verlaufen.
Diese Abfolge ist typisch für September: Warme Luft kann noch einmal weit nach Norden vorstoßen, gleichzeitig werden atlantische Tiefs und kühlere Luftmassen wieder häufiger relevant. Dadurch wachsen die Unterschiede zwischen Tag und Nacht. Ein Nachmittag mit mehr als 20 Grad kann von einer deutlich kühleren Nacht gefolgt werden. In klaren und windschwachen Nächten sinken die Temperaturen im Binnenland schneller als an den Küsten oder in dicht bebauten Städten.
Für den Alltag bedeutet das, dass der Monat nicht einfach als verlängerte Sommerphase geplant werden sollte. Wer morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, am Wochenende wandert oder eine Veranstaltung im Freien organisiert, muss mit größeren Temperatursprüngen rechnen. Nach Gewitterlagen können kurze stabile Phasen folgen, die sich wiederum relativ rasch ändern.
Regional bleiben die Unterschiede groß. Der Norden wird stärker von Nordsee und Ostsee geprägt und reagiert schneller auf atlantische Fronten. Im Süden können sich an den Alpen und in den Mittelgebirgen Schauer und Gewitter verstärken. Im Osten und in den innerdeutschen Tiefländern sind bei Hochdrucklagen dagegen größere Tagesgänge möglich: milde oder warme Nachmittage, aber deutlich frischere Morgenstunden.
Für die Landwirtschaft und den Garten ist weniger die Monatsmitteltemperatur entscheidend als die Verteilung der Niederschläge. Eine einzelne Gewitterfront kann lokal viel Regen bringen, während wenige Kilometer entfernt deutlich weniger fällt. Deshalb sagt ein „wechselhafter“ September noch wenig darüber aus, ob Böden in einer bestimmten Region ausreichend Wasser erhalten.
Ab der Monatsmitte nimmt die Belastbarkeit einer konkreten Wetterprognose stark ab. Modelle können dann eher großräumige Tendenzen als einzelne Regentage oder Temperaturspitzen beschreiben. Wer Termine für die zweite Septemberhälfte plant, sollte deshalb nicht auf eine heute angezeigte Tagesvorhersage vertrauen, sondern sie wenige Tage vorher aktualisieren.
Das wahrscheinlichste Bild für die nächste Phase ist zunächst ein Wechsel von Gewitterrisiko zu ruhigeren Tagen. Ob daraus eine längere spätsommerliche Hochdrucklage entsteht oder neue Atlantiktiefs rasch zurückkehren, entscheidet sich erst im weiteren Monatsverlauf. Für Deutschland bleibt September damit ein Übergangsmonat im wörtlichen Sinn: noch genug Wärme für sommerliche Nachmittage, aber bereits genügend Dynamik für kühle Nächte, Wind, Regen und erste deutlich herbstliche Abschnitte.
Auch Nebel wird im weiteren Monatsverlauf wieder häufiger ein Thema, vor allem in Flussniederungen und nach klaren, windschwachen Nächten. Er kann den morgendlichen Verkehr beeinträchtigen, während sich wenige Stunden später noch einmal spätsommerliches Wetter durchsetzt. Gerade diese täglichen Kontraste prägen den September stärker als ein einzelner Monatswert.