Paul Gauselmann, der Gründer von Deutschlands größtem Glücksspielkonzern Merkur, ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten. Gauselmann hatte das Unternehmen über Jahrzehnte von einem Einmannbetrieb zu einem Konzern mit Milliardenumsätzen ausgebaut.
Der Unternehmer wurde vor allem mit Spielautomaten reich. Sein Unternehmen betreibt heute Spielotheken und Spielbanken und zählt zu den bedeutendsten Anbietern der Branche in Deutschland. Noch bis ins hohe Alter verteidigte Gauselmann sein Geschäftsmodell öffentlich gegen Kritiker, die die gesellschaftlichen Risiken des Glücksspiels anprangern.
Gauselmanns Karriere begann in der Nachkriegszeit. Aus kleinen Anfängen heraus entwickelte er ein Unternehmen, das heute Tausende Arbeitsplätze bietet und international tätig ist. Der Konzern expandierte im Laufe der Jahrzehnte in zahlreiche Länder und baute sein Angebot stetig aus. Neben den klassischen Spielhallen gehören auch Sportwetten und Online-Angebote zum Portfolio der Merkur Group.
Der Tod des Firmengründers markiert das Ende einer Ära für das Unternehmen. Gauselmann hatte die Führung des Konzerns bereits vor einigen Jahren in jüngere Hände gelegt, blieb aber bis zuletzt als prägende Figur mit dem Unternehmen verbunden. Die Nachfolge war frühzeitig geregelt worden, sodass die Führungsstruktur des Konzerns von seinem Tod nicht unmittelbar betroffen sein dürfte.
Die Glücksspielbranche in Deutschland steht seit Jahren unter Druck. Verschärfte Regulierungen, steigende Steuern und ein wachsender Markt für illegale Angebote setzen die legalen Anbieter unter Druck. Gauselmann hatte sich in dieser Debatte wiederholt zu Wort gemeldet und für eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema geworben. Er argumentierte, dass reguliertes Glücksspiel besser sei als ein Verbot, das die Nachfrage lediglich in illegale Kanäle verschiebe.
Mit Paul Gauselmann verliert die deutsche Wirtschaft eine der bekanntesten Unternehmerpersönlichkeiten aus dem Bereich der Unterhaltungs- und Glücksspielindustrie. Sein Lebenswerk, die Merkur Group, bleibt mit seinem Namen untrennbar verbunden. Die Branche und die Öffentlichkeit nehmen Abschied von einem Mann, der wie kaum ein anderer die Entwicklung des gewerblichen Spiels in Deutschland geprägt hat.