Beim sechsten bundesweiten Warntag sind am Vormittag auch in Thüringen die Warnsysteme auf die Probe gestellt worden. Nach Angaben des Innenministeriums beteiligten sich alle Landkreise und kreisfreien Städte in unterschiedlicher Form an der Aktion. Die Unteren Katastrophenschutzbehörden lösten zwischen 11.00 Uhr und 11.45 Uhr sowohl analoge als auch digitale Sirenen aus. Insgesamt 504 digital angesteuerte Sirenen hätten gewarnt und anschließend wieder entwarnt, teilte das Ministerium mit.
Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) zeigte sich mit dem Verlauf des Aktionstags zufrieden. «Auch die sechste Auflage zeigt, der Warnmittelmix im Freistaat funktioniert», erklärte Maier. «Nicht überall geht alles, doch wir gehen davon aus, dass die meisten Menschen in Thüringen heute eine Testwarnung bekommen, gehört oder gesehen haben.» Der Minister verwies damit auf das Zusammenspiel verschiedener Warnkanäle, das bei derartigen Übungen regelmäßig überprüft wird.
Neben den Sirenen wurden zahlreiche digitale Wege genutzt, um die Bevölkerung zu erreichen. Wer Warn-Apps wie Nina oder Katwarn auf dem Smartphone installiert hat, sollte eine Warnung und eine anschließende Entwarnung erhalten haben. Digitale Stadtinformationstafeln veröffentlichten ebenfalls Warnhinweise. Nach Angaben des Ministeriums funktionierten auch die Infotafeln am Weimarer Hauptbahnhof gut.
Als wichtigstes Warnmittel gilt mittlerweile das Mobiltelefon. Über Cell Broadcast erreichen Warnmeldungen alle modernen Smartphones in einer Funkzelle, sofern diese eingeschaltet und nicht im Flugmodus sind. Im vergangenen Jahr hatten laut einer Umfrage des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) 72 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer auf diesem Weg eine lautstarke Warnmeldung erhalten. Das Ministerium geht davon aus, dass diese Empfangsquote erneut erreicht oder sogar gesteigert werden konnte. Erstmals in diesem Jahr wurde über Cell Broadcast auch wieder entwarnt.
Der bundesweite Warntag dient dazu, die technischen Abläufe der Warnkette zu testen und die Bevölkerung für das Thema Katastrophenschutz zu sensibilisieren. In Thüringen setzen die Behörden dabei auf eine Kombination aus klassischen Sirenen, digitalen Warn-Apps, Cell Broadcast und Informationstafeln im öffentlichen Raum. Die Ergebnisse des Aktionstags werden ausgewertet, um Schwachstellen zu erkennen und die Warninfrastruktur weiterzuentwickeln.