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Gündoğan über Klopp: «Hat mir mal einen Einlauf verpasst»

İlkay Gündoğan spricht über seine Zeit mit Jürgen Klopp in Dortmund und wirbt um Geduld mit dem neuen Bundestrainer. Der 35-Jährige kündigt zudem an, selbst Trainer werden zu wollen.

İlkay Gündoğan hat den neuen Bundestrainer Jürgen Klopp in einem Interview der «Zeit» als außergewöhnlich authentischen Trainer beschrieben und dabei eine Anekdote aus der gemeinsamen Zeit bei Borussia Dortmund erzählt. «Jürgen hat mir mal einen Einlauf verpasst», sagte der 35-Jährige. Er sei aus Klopps Sicht zu spät beim Trainingsgelände gewesen, um zum Physio zu gehen. «Da kam er ins Zimmer gestürmt, schrie mich an, knallte die Tür. Das war der Sache nicht ganz angemessen.» Eine halbe Stunde später habe Klopp ihn in den Arm genommen, ihm erklärt, warum er so streng gewesen sei, und sich entschuldigt.

Gündoğan, der 82 Länderspiele absolviert hat und derzeit bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag steht, betonte, die Spieler hätten Klopps impulsive Art immer akzeptiert. «Ehrlich, direkt, sympathisch. Kein Trainer ist so authentisch wie er», sagte er. Der Mittelfeldspieler warb zugleich um Geduld mit dem bislang noch nicht siegreichen Bundestrainer. Dass Klopp mehr als 40 Spieler nominiert habe, «drückt seine Begeisterung aus, Trainer einer großen Fußballnation zu sein». Gündoğan ergänzte: «Wir sollten ihm die Zeit zum Testen geben. Ich fiebere jedenfalls mit der Nationalmannschaft.»

Der frühere Profi von Manchester City und dem FC Barcelona erinnerte daran, dass Klopp auch in Liverpool und Dortmund schwierige Ausgangslagen vorgefunden und die Vereine zu Titeln geführt habe. «Es wird jedoch ein harter Weg für die Spieler, das hat man bei den ersten beiden Spielen gesehen», sagte Gündoğan. Er sei froh, dass Klopp jetzt Bundestrainer sei.

Der 35-Jährige verriet in dem Interview auch seinen Plan für die Zeit nach der aktiven Karriere. «Ich würde gerne als Trainer arbeiten. Ich habe erlebt, was Trainer bewirken können», sagte er. «Letztlich hat mein ehemaliger Coach Pep Guardiola den Gedanken in mich gepflanzt. In seiner Rolle habe ich meine künftige erkannt.» Unter Guardiola spielte Gündoğan bei Manchester City und wurde mit dem Klub unter anderem 2023 Champions-League-Sieger.

Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die deutsche Nationalmannschaft unter Klopp noch auf den ersten Sieg wartet. Gündoğans Werben um Geduld richtet sich damit an eine Öffentlichkeit, die nach den ersten beiden Partien des neuen Bundestrainers ungeduldig auf Ergebnisse schaut. Der 35-Jährige, der seine Karriere in Istanbul fortsetzt, macht zugleich deutlich, dass er die Entwicklung der Mannschaft auch aus der Distanz aufmerksam verfolgt.