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Klima-Desinformation in französischen Medien steigt laut Beobachtungsstelle um 28 Prozent

Die Observatoire des médias sur l'écologie registriert in sechs Monaten 452 Fälle von Klima-Desinformation – ein Anstieg um 28 Prozent gegenüber 2025. Besonders häufig betroffen sind Sud Radio, CNews, Europe 1 und RMC.

En six mois, 452 cas de "mésinformation climatique", une hausse inédite de 28% par rapport à 2025, selon l'Observatoire des médias sur l'écologie
Klima-Desinformation in französischen Medien steigt laut Beobachtungsstelle um 28 Prozent
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Die französische Beobachtungsstelle für Medien und Ökologie hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 452 Fälle von Klima-Desinformation dokumentiert. Das ist ein Anstieg um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und damit der höchste je gemessene Wert seit Bestehen der Beobachtungsstelle. Die Zahlen stammen aus einer Studie, die France Inter am Dienstag einsehen konnte.

Besonders auffällig ist die Konzentration der Fälle auf eine kleine Gruppe von Medien. Wie die Beobachtungsstelle mitteilt, sind es erneut Sud Radio, CNews, Europe 1 und RMC, die die meisten Fälle von Klima-Desinformation aufweisen. Diese Sender waren bereits in früheren Erhebungen durch wiederkehrende Falschdarstellungen zum Klimawandel aufgefallen. Die Beobachtungsstelle spricht von einer «beispiellosen Zunahme» der Desinformation in diesem Bereich.

Die Untersuchung fällt in eine Zeit, in der die öffentliche Debatte über Klimapolitik in Frankreich und Europa zunehmend polarisiert ist. Klima-Desinformation umfasst nach dem Verständnis der Beobachtungsstelle irreführende oder falsche Behauptungen über Ursachen, Folgen und Lösungen des Klimawandels. Dazu gehören etwa die Verharmlosung wissenschaftlicher Erkenntnisse, die Übertreibung von Kosten klimapolitischer Maßnahmen oder die gezielte Verbreitung von Zweifeln an der Klimaforschung.

Die Beobachtungsstelle für Medien und Ökologie wurde gegründet, um die Berichterstattung über Umwelt- und Klimathemen in französischen Medien systematisch zu erfassen und Fehlinformationen öffentlich zu machen. Sie veröffentlicht regelmäßig Berichte, die auf Medienbeobachtungen basieren. Die aktuelle Studie zeigt, dass die Zahl der dokumentierten Fälle nicht nur absolut, sondern auch im Verhältnis zur Gesamtberichterstattung zugenommen hat.

Die vier genannten Sender erreichen ein breites Publikum und prägen in Frankreich die öffentliche Meinung zu Umwelt- und Klimafragen mit. Dass gerade sie wiederholt auffallen, wirft Fragen nach der redaktionellen Verantwortung und der Qualitätssicherung in der Klimaberichterstattung auf. Die Beobachtungsstelle nennt in ihrer Studie keine konkreten Beispiele für die dokumentierten Fälle, sondern beschränkt sich auf die quantitative Auswertung und die Nennung der betroffenen Medien.

Der Anstieg um 28 Prozent innerhalb eines Jahres ist für die Beobachtungsstelle ein alarmierendes Signal. Er deutet darauf hin, dass Klima-Desinformation kein Randphänomen ist, sondern in Teilen der französischen Medienlandschaft systematisch vorkommt. Die Studie wurde am Dienstag veröffentlicht und von France Inter aufgegriffen. Weitere Reaktionen der betroffenen Sender oder der französischen Medienaufsicht lagen zunächst nicht vor.

Die Ergebnisse reihen sich in eine europaweite Debatte über den Umgang mit Desinformation ein. In mehreren Ländern diskutieren Regierungen und Medienaufsichtsbehörden über Maßnahmen gegen die Verbreitung falscher Informationen, insbesondere in Wahlkampfzeiten und bei polarisierenden Themen wie Klima und Migration. Die Beobachtungsstelle liefert mit ihrer Arbeit eine Datengrundlage für diese Debatte, ohne selbst regulatorische Befugnisse zu haben.

Für die Leserinnen und Leser bedeutet der Befund, dass Klimaberichterstattung kritisch geprüft werden muss. Die Beobachtungsstelle empfiehlt implizit, auf die Quellen und die Darstellung wissenschaftlicher Zusammenhänge zu achten. Ob die französischen Medien auf den aktuellen Bericht reagieren und ihre Praxis ändern, bleibt abzuwarten. Die Beobachtungsstelle will die Entwicklung weiter verfolgen und in regelmäßigen Abständen neue Zahlen vorlegen.