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Russell T Davies nennt BBC-Chef-Kommentar zu KI-Doctor-Who «ungeschickt»

Der scheidende «Doctor Who»-Showrunner Russell T Davies kritisiert BBC-Generaldirektor Matt Brittin für dessen Aussage, eine KI-generierte Folge der Serie sei «ziemlich gut». Zugleich kündigt Davies an, dass die Produktion der nächsten Staffel im Sommer des kommenden Jahres sichtbar werde.

Der scheidende «Doctor Who»-Showrunner Russell T Davies hat die jüngsten Äußerungen von BBC-Generaldirektor Matt Brittin über eine KI-generierte Folge der Kultserie scharf kritisiert. Brittin hatte auf der Konferenz der Royal Television Society im vergangenen Monat erklärt, ihm sei eine vollständig von Künstlicher Intelligenz erstellte Episode von «Doctor Who» zugesandt worden, die er als «ziemlich gut» bezeichnete. Davies nannte diesen Kommentar nun «ungeschickt».

Die Debatte um KI in der Film- und Fernsehbranche ist seit Monaten in vollem Gange. Während Befürworter auf Effizienzgewinne und neue kreative Möglichkeiten verweisen, warnen viele Autorinnen, Regisseure und Produzenten vor dem Verlust menschlicher Arbeitsplätze und dem Qualitätsverlust durch algorithmisch generierte Inhalte. Dass ausgerechnet der Generaldirektor der öffentlich-rechtlichen BBC eine KI-Version einer ihrer bekanntesten Serien als «ziemlich gut» bezeichnet, sorgt in der Kreativbranche für Unmut. Davies, der «Doctor Who» bereits in den 2000er-Jahren zum Erfolg führte und die Serie seit 2023 erneut verantwortet, positioniert sich damit klar aufseiten der Kritiker eines unkontrollierten KI-Einsatzes.

Zugleich nutzte Davies die Gelegenheit, um einen Ausblick auf die Zukunft der Serie zu geben. Die Produktion der nächsten Staffel werde im Sommer des kommenden Jahres sichtbar werden, sagte er. Damit bestätigt er indirekt, dass «Doctor Who» trotz der laufenden Umbruchphase und seines eigenen bevorstehenden Abschieds fortgeführt wird. Konkrete Details zu Handlung, Besetzung oder Sendeterminen nannte er allerdings nicht.

Davies hatte bereits zuvor angekündigt, sich nach der aktuellen Staffel von der Serie zurückzuziehen. Sein Weggang markiert das Ende einer Ära, in der er die Neuauflage der Serie entscheidend geprägt hat. Wer seine Nachfolge antreten wird, ist bislang nicht bekannt. Die Ankündigung, dass die Produktion im Sommer des nächsten Jahres sichtbar werde, dürfte Fans jedoch beruhigen, die nach dem angekündigten Führungswechsel um die Zukunft der Serie bangten.

Die Diskussion über KI-generierte Inhalte betrifft nicht nur «Doctor Who», sondern die gesamte Unterhaltungsindustrie. Streamingdienste und Sender experimentieren weltweit mit KI-Tools, sei es bei der Drehbucherstellung, der visuellen Effektgestaltung oder der Synchronisation. Gewerkschaften wie die Writers Guild of America haben in den vergangenen Jahren Regelungen erkämpft, die den Einsatz von KI in der Produktion einschränken sollen. In Großbritannien, wo die BBC zu den größten Arbeitgebern der Branche zählt, wird die Debatte besonders aufmerksam verfolgt.

Davies' Wortwahl «ungeschickt» ist dabei bemerkenswert zurückhaltend für einen Showrunner, der für seine klaren Meinungen bekannt ist. Sie deutet darauf hin, dass er den öffentlichen Streit mit seinem Arbeitgeber nicht eskalieren lassen will, zugleich aber ein Zeichen setzen möchte. Die BBC hat sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert. Brittin selbst hatte in seiner Rede offenbar nicht den Eindruck erweckt, KI solle menschliche Kreative ersetzen, sondern vielmehr von einem Experiment berichtet.

Für das Publikum bleibt vor allem die konkrete Ankündigung relevant: Die nächste «Doctor Who»-Staffel wird im Sommer des kommenden Jahres in Produktion gehen. Bis dahin dürften Spekulationen über Handlung und Besetzung weiter blühen. Die KI-Debatte wird die Serie und die BBC jedoch auch darüber hinaus begleiten.

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