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Jan „Monchi“ Gorkow bleibt trotz AfD-Erfolg in Jarmen

Sänger Jan „Monchi“ Gorkow von Feine Sahne Fischfilet lebt weiterhin in der vorpommerschen Kleinstadt Jarmen, obwohl dort bei der Bundestagswahl 2025 54 Prozent AfD gewählt haben. Im Interview spricht er über Überalterung, Einsamkeit und den Umgang mit Frust im ländlichen Raum.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Der Sänger der Punkrockband Feine Sahne Fischfilet, Jan „Monchi“ Gorkow, bleibt trotz des starken AfD-Ergebnisses in seiner Heimatstadt Jarmen in Vorpommern. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 hatten dort 54 Prozent der Wähler für die in Teilen rechtsextreme Partei gestimmt. Gorkow, der nach Jahren in Rostock in die Kleinstadt mit rund 3.000 Einwohnern zurückkehrte, sieht darin kein Grund zum Weggehen. „Ich habe keinen Bock, hier alles rosig zu malen, aber der Totengräber will ich auch nicht sein“, sagt er im Gespräch mit t-online.

In seinem neuen Buch „Jenseits der Brandmauer“ beschreibt der Musiker das Leben in der ostdeutschen Provinz. Als drängendstes Problem der Region nennt er die Überalterung. „Ich lebe da, wo mehr Rollatoren auf der Straße sind als Kinderwagen“, sagt Gorkow. Die alternde Bevölkerung werde langfristig zu einem großen Problem, etwa bei der Versorgung mit Ärzten und Schulen. „Im schlimmsten Fall werden weniger Ärzte kommen, obwohl es durch die Alterung immer mehr Patienten gibt“, warnt er. Auch die Vereinsamung älterer Menschen sei ein ernstes Thema. Ein Anwohner habe ihm erzählt, dass er sich immer freue, wenn die Post klingle und ein Anzeigenblatt vorbeibringe.

Gleichzeitig wehrt sich der Sänger gegen ein allzu negatives Bild seiner Heimat. „Jarmen ist kein toter Ort“, betont er. Wer an einem normalen Wochentag durch die Stadt laufe, sehe viel Leben. Er kritisiert eine verbreitete „Mecker-Kultur“, die die AfD für sich nutze. „Diese Partei redet manche Leute in eine Depression hinein: Alles sei schlecht“, sagt Gorkow. Man könne viele Dinge auch aus anderen Blickwinkeln betrachten: „Vieles ist toll und einiges ist scheiße.“

Die hohe AfD-Zustimmung erklärt er nicht mit einfachen Formeln. „Ich will eigentlich nichts mehr erklären“, sagt der Musiker. Auf die Frage, warum Menschen die Partei wählten, gebe es Hunderte Antworten, die er bei Weitem nicht alle kenne. Er könne die Entscheidung zwar nicht nachvollziehen, betont aber: „Die AfD ist nicht stark, weil sie starke Politik macht, sondern weil die anderen so schwach sind.“

Um das Leben in der Region zu stärken, engagiert sich Gorkow mit seiner Band konkret vor Ort. Feine Sahne Fischfilet hat einen Skatepark gebaut und organisiert jährlich das Dorffestival „Wasted in Jarmen“. Doch Kultur allein reiche nicht, sagt er: „Es braucht auch wirtschaftliche Möglichkeiten, eine bessere Anbindung und vieles mehr.“ Viele Freunde von ihm seien weggezogen, würden aber gern zurückkehren – ihnen fehle jedoch die Perspektive, etwa bei der Auswahl an Arbeitsplätzen.

Gorkow verweist auf das Engagement von 30 bis 50 Menschen im Ort, die sich in Kultur- und Sportvereinen oder Initiativen einbrächten. „Wenn die wegfallen, dann würde das hier in der Gemeinde vieles zum Negativen verändern“, warnt er. Diese Menschen seien seit Langem aktiv, darauf müsse man sich mehr konzentrieren. Zugleich räumt er ein, dass es weiterhin strukturelle Unterschiede zwischen Ost und West gebe – etwa bei Gehältern und Erbe. Dennoch seien die vergangenen 30 Jahre bemerkenswert: „Wenn man mal auf Fotos vergleicht, was hier passiert ist, dann ist das erstaunlich.“

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