Borussia Mönchengladbach steckt nach dem 0:5-Debakel beim SC Freiburg in einer tiefen Krise. Sportdirektor Rouven Schröder vermied es nach der Partie, Trainer Eugen Polanski eine Jobgarantie für das kommende Ligaspiel gegen Mainz 05 auszusprechen. Auf die Frage, ob er einen Wechsel ausschließen könne, antwortete Schröder ausweichend: «Ich lasse mich jetzt nicht auf 'kannst du ausschließen, kannst du garantieren, wenn und aber ein'.»
Eine Entscheidung über die Zukunft des 40 Jahre alten Coaches dürfte frühestens am Sonntagmorgen fallen. «Ich glaube, wir haben so viel mit uns selber jetzt erst mal zu tun, dass wir gut daran tun, einfach wirklich auch da eine Nacht drüber zu schlafen», sagte Schröder. Für den Sonntag kündigte er Gespräche an, auch mit den Geschäftsführern, betonte jedoch, es handle sich um «keine Krisensitzung». Der Ablauf sei nach jeder Partie der gleiche, unabhängig vom Ergebnis.
Die sportliche Lage ist dramatisch: Nach drei Spielen steht Gladbach punktlos und mit zwölf Gegentoren am Tabellenende. Beim Auftritt in Freiburg gab es deutliche Pfiffe von den mitgereisten Fans. «Wir haben die Schnauze voll», skandierten die Anhänger. Polanski gebe sich «wie immer kämpferisch», sagte Schröder und verwies auf dessen Haltung im Vorjahr: «Eugen ist auch einer, der auch letztes Jahr genauso in den Situationen klar geblieben ist.»
Polanski selbst zeigte Verständnis für die Diskussionen um seine Person. «Wir haben deutlich zu wenige Punkte, dementsprechend ist es absolut auch gerechtfertigt», sagte er nach der Partie, die die Gladbacher nach Gelb-Rot für Tim Kleindienst in der 52. Minute zu zehnt beendet hatten. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte er den Job von Gerardo Seoane übernommen, zunächst als Interimslösung. Im November unterschrieb er einen Vertrag bis 2028, geriet aber im Lauf der weiteren Saison schon gehörig unter Druck. Letztlich kamen die Gladbacher als Tabellenzwölfter mit 38 Punkten ins Ziel. Nun droht erneut früh in der Saison ein Trainerwechsel.
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus äußerte sich bei Sky drastisch: «Zurzeit wackelt der Stuhl richtig gewaltig. Es ist ein Sturm in Mönchengladbach, was die Trainer-Position betrifft. Ich glaube, da ist nicht mehr viel Zeit, um über den Trainer nachzudenken.» Die kommenden Tage dürften für Polanski und die Vereinsführung entscheidend werden.