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Apple TV zeigt ersten Trailer zu «Nocturne» mit Stephen Graham als Serienkiller

Apple TV hat den ersten vollständigen Trailer zur Psychothriller-Serie «Nocturne» veröffentlicht. Liev Schreiber spielt einen Ex-Soldaten und Ermittler, Stephen Graham den Serienkiller Jurek Walter. Die Serie spielt im ländlichen Pennsylvania und startet rechtzeitig zu Halloween.

Apple TV hat den ersten vollständigen Trailer zu seiner neuen Psychothriller-Serie «Nocturne» veröffentlicht. Die Serie bringt Liev Schreiber und Stephen Graham in den Hauptrollen zusammen und soll rechtzeitig zu Halloween starten. Im Mittelpunkt steht der ehemalige Soldat und heutige Mordermittler Jonah Lynn, gespielt von Schreiber, der den harten Straßen von Philadelphia den Rücken kehrt und mit seiner Familie in eine Kleinstadt im Westen Pennsylvanias zieht, um dort ein ruhigeres Leben zu führen.

Doch die erhoffte Ruhe währt nicht lange. Die Stadt und seine Familie geraten ins Visier des Serienkillers Jurek Walter, den Stephen Graham verkörpert. Walter wird als diabolisch gerissener Täter beschrieben, der seine Opfer mit kaltblütiger Präzision auswählt. Der offizielle Handlungsabriss der Serie deutet an, dass Jonah alles schützen muss, was ihm lieb ist – und dass der Kampf gegen Walter weit über einen gewöhnlichen Ermittlungsfall hinausgeht.

Besonders brisant wird die Lage, als die verzweifelte Suche nach Walters letztem vermissten Opfer Jonah dazu zwingt, seine Ziehtochter, die FBI-Agentin Saga Bauer, gespielt von Zazie Beetz, in die Nähe des Killers zu bringen. Die Frage, die der Trailer aufwirft, ist, wie weit Jonah zu gehen bereit ist, um diejenigen zu retten, die ihm etwas bedeuten. Saga Bauer wird damit zur zentralen Figur einer Konfrontation, die alle Beteiligten als extrem gefährlich einstufen.

Der Trailer setzt weniger auf spektakuläre Action als auf eine erdrückende Atmosphäre. Jurek Walter befindet sich hinter sechs Fuß Beton, und dennoch dominiert er jede Einstellung. Er ist hinter Wänden zu sehen, spiegelt sich in Glas und sitzt ruhig da, während draußen alle anderen auseinanderzubrechen scheinen. Diese Inszenierung macht deutlich, dass von dem Killer eine Bedrohung ausgeht, die sich nicht durch seine unmittelbare Anwesenheit erklären lässt, sondern durch die Wirkung, die er auf seine Umgebung hat.

Ein wiederkehrendes Motiv ist die Wand in Jonahs Büro, die unter Karten, Zeitungsausschnitten, Fotografien und Vermisstenflyern verschwindet. Zu viele Gesichter, zu viel Geschichte, als dass der Fall sauber abgeschlossen werden könnte. Der Trailer zeigt, dass es hier nicht um einen anonymen Auftrag geht: Jonah schickt nicht irgendeine Agentin in die Nähe von Jurek, sondern die Frau, die er als Tochter betrachtet. Alle Beteiligten wissen, dass sie sich in große Gefahr begibt.

In einer Szene sind Saga und Jurek nur durch eine Betonwand und eine Gefängnistoilette getrennt. Die Inszenierung wirkt so, als könnte Jurek sie packen, wenn er wollte – doch er lässt es nicht so weit kommen, weil er das Spiel genießt. Diese Beschreibung erinnert an das Verhalten einer Raubkatze, die ihre Beute nicht sofort erlegt, sondern beobachtet und kontrolliert.

Die Besetzung von Schreiber und Graham wird als besonders reizvoll beschrieben. Beide Schauspieler benötigen keine theatralischen Auftritte, um ihre Rollen zu füllen. Graham gelingt es, allein durch Stille bedrohlich zu wirken, während Schreiber jene kontrollierte Intensität einbringt, die er bereits in «Ray Donovan» gezeigt hat. Der Trailer setzt die beiden Männer nur Zentimeter voneinander entfernt in Szene und lässt sie sich anstarren – was als verstörender empfunden wird als jede offen gezeigte Waffe. Ihre Intensität selbst wird zur Waffe.

Zazie Beetz als Saga Bauer scheint zunächst davon überzeugt, dass die Mentorschaft von Jonah sie auf alles vorbereitet hat, was Jurek ihr entgegenwerfen könnte. Doch ihre Szenen im Inneren der Haftanstalt legen nahe, dass Vorbereitung nur bis zu einem gewissen Punkt trägt, wenn das Gegenüber darauf spezialisiert ist, die Schwachstelle eines Menschen zu finden. Der Trailer vermittelt das Gefühl, dass die Geschichte bereits vor dem eigentlichen Höhepunkt zum Überkochen gebracht wird.

Ein weiteres auffälliges Element ist die Darstellung der Region Western Pennsylvania. Der Trailer zeigt graues, tristes Wetter, kaum Sonne und die ständige Drohung von Schnee. Diese Kulisse verleiht der Jagd nach einem Serienkiller eine andere Qualität als eine sonnige Umgebung. Besonders hervorgehoben wird der Akzent von Bill Camp, der in einer Szene vor die Presse tritt und den lokalen Sprachklang so gut trifft, dass er für Kenner der Region nahezu erschreckend authentisch wirkt. Auch bei anderen Darstellern sind laut dem Bericht Anklänge dieses Akzents hörbar, was die Serie räumlich klar verortet.

«Nocturne» verbindet damit die Geschichte eines Ermittlers, der seine Familie schützen muss, mit der Präsenz eines Killers, der auch hinter Gittern seine Umgebung beherrscht. Der Trailer deutet an, dass die Serie vor allem von der psychologischen Spannung zwischen den Figuren lebt und weniger von der Frage, ob der Täter gefasst wird. Stattdessen steht im Zentrum, wie viel ein Mensch bereit ist zu opfern, wenn die Bedrohung bereits Teil seines eigenen Umfelds geworden ist.

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