Wireva

Frankfurter Landgericht verurteilt E-Roller-Fahrer zu drei Jahren Haft

Über ein Jahr nach dem tödlichen Unfall mit zwei getöteten Zwillingsbrüdern in der Frankfurter Innenstadt hat das Landgericht den 24 Jahre alten Autofahrer wegen versuchten Verdeckungsmordes durch Unterlassen und zweifacher fahrlässiger Tötung zu drei Jahren Haft verurteilt. Der schwerverletzte Überlebende nahm die Entschuldigung des Angeklagten an, die Mutter der Getöteten nicht.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Das Frankfurter Landgericht hat einen heute 24 Jahre alten Autofahrer wegen versuchten Verdeckungsmordes durch Unterlassen und zweifacher fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Das Urteil erging mehr als ein Jahr nach dem Unfall in der Frankfurter Innenstadt, bei dem zwei 23 Jahre alte Zwillingsbrüder aus Hamburg starben und ein weiterer junger Mann lebensgefährlich verletzt wurde. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Überwachungskamera in der Innenstadt zeichnete die letzten Bilder vor der Tragödie auf: Die Zwillingsbrüder und ihre beiden Freunde standen auf E-Rollern hintereinander an einer roten Ampel. Als die Ampel auf Grün umsprang, fuhren sie los. Nur wenige Sekunden später rammte ein Auto zwei der Roller. Die Zwillinge, die sich ein Gefährt teilten, wurden auf das Auto und anschließend rund 30 Meter von der Anstoßstelle entfernt auf den Boden geschleudert. Einer der Brüder war sofort tot, sein Bruder starb wenige Stunden später im Krankenhaus.

Der heute 27 Jahre alte Überlebende wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Er wurde in einem Rollstuhl in den Verhandlungssaal gefahren, nach dem Unfall war ihm ein Unterschenkel amputiert worden. Rund einen Monat lag er im Koma. Unter Tränen schilderte er im Prozess, wie er nach dem Aufwachen langsam realisiert habe, dass seine Freunde tot seien und er auf einer Seite keinen Unterschenkel mehr habe. Erinnerungen an den Unfall habe er nicht. Er sei wütend, so seine Schilderung: «Warum ist das gerade uns passiert?»

Die Gruppe hatte das erste Juli-Wochenende 2025 in Frankfurt verbracht. Tief in der Nacht zum Sonntag wollten sie auf E-Rollern zurück ins Hotel fahren. Zur selben Zeit machte sich eine weitere Gruppe junger Menschen ebenfalls auf den Heimweg. Die vier Männer hatten den Abend am Mainufer verbracht und dabei Lachgas konsumiert, nun wollten sie zurück nach Bad Kreuznach fahren. Am Steuer des schwarzen Wagens saß der jetzt verurteilte 24-Jährige.

Nachdem er zunächst unauffällig gefahren war, beschleunigte er auf einer breiten Straße in der Innenstadt plötzlich auf Tempo 75. «Den Grund kennen wir nicht», sagte die Vorsitzende Richterin. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass der Mann bei dem Unfall noch unter dem Einfluss von Lachgas gestanden habe. Unklar sei ebenso, warum er nach rechts auf den Radweg gelenkt habe. Es habe sich um einen tragischen Fahrfehler gehandelt, so die Richterin. Auf dem Radweg stieß er gegen den E-Roller der Zwillinge, die bereits fast ihr Hotel erreicht hatten.

Keine Sekunde nach diesem ersten Unfall erfasste der Wagen das Hinterrad eines weiteren E-Rollers, auf dem der 27-Jährige fuhr. Der Roller und das Bein des jungen Mannes verhakten sich an dem Auto, der 27-Jährige wurde «aufgeladen und mittransportiert», wie es die Staatsanwaltschaft in der Anklage formuliert hatte. Sein Kopf schlug dabei durch die Windschutzscheibe, er erlitt nicht nur schwere Verletzungen am Bein, sondern auch am Kopf. Von der Freundesgruppe kam nur die Freundin einer der getöteten Zwillinge körperlich unbeschadet davon, ihr E-Roller wurde nicht getroffen.

Der Autofahrer war nach dem Unfall mit dem 27-Jährigen auf der Fronthaube im unveränderten Tempo weitergefahren. Nach 1,2 Sekunden stürzte der Mann vom Auto, er landete auf Straßenbahnschienen. Der Autofahrer fuhr weiter. «Er hatte laut dem psychiatrischen Sachverständigen einen Unfallschock erlitten», erklärte die Richterin. Dazu hätten auch Halluzinationen gehört.

Zunächst hatte der junge Mann das kaputte Auto versteckt. Nach einem Telefonat mit seinem Vater kehrte er jedoch an den Unfallort zurück und stellte sich der Polizei. Neun Tage später wurde er in Untersuchungshaft genommen, seitdem sitzt er im Gefängnis. In seinem letzten Wort vor der Urteilsverkündung sagte der Angeklagte: «Es tut mir unendlich leid und ich bitte alle um Verzeihung.» Die Mutter der getöteten Zwillinge nahm die Entschuldigung nicht an, der bei dem Unfall schwer verletzte 27-Jährige schon.

Same event, other desks

Story file →