Für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September steht der Wahl-O-Mat bereit. Das kostenlose Online-Tool der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ermöglicht es Wählern, ihre eigenen Standpunkte mit den Positionen der 23 antretenden Parteien abzugleichen. Nutzer beantworten 38 Thesen mit «stimme zu», «stimme nicht zu», «neutral» oder «These überspringen». Anschließend zeigt das Programm die Übereinstimmung mit den Parteien an.
Die Thesen wurden von einem Team aus Jung- und Erstwählern, Politikwissenschaftlern, Statistikern und Pädagogen auf Basis der Partei- und Wahlprogramme erarbeitet. Die Parteien erhielten die Thesen vorab und konnten ihre Standpunkte konkretisieren. Nutzer können einzelne Thesen individuell gewichten oder ihre Antworten ändern, um zu sehen, wie sich dies auf das Ergebnis auswirkt. Der Parteienvergleich zeigt bei jeder These Übereinstimmungen und Unterschiede; wissenschaftliche Kurzprofile ergänzen das Angebot.
Die Landtagswahl 2026 gilt als richtungsweisend, weil die Regierungsbildung kompliziert werden könnte. 2021 erreichte die SPD 39,6 Prozent, ihr zweitbestes Ergebnis seit der Wiedervereinigung. Die aktuelle Koalition aus SPD und Linke hätte nach derzeitigen Trends keine eigene Mehrheit mehr. Da eine Zusammenarbeit mit der AfD von den anderen Parteien ausgeschlossen wird, könnten Mehrparteienbündnisse nötig werden. Parteien wie BSW, Grüne und FDP liegen nahe an oder unter der Fünfprozenthürde, sodass kleine Verschiebungen große Folgen für die Mehrheitsverhältnisse im Schweriner Landtag haben können.
Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern umfasst 71 Abgeordnete. 36 Sitze werden direkt über die Erststimme vergeben, die übrigen Mandate über die Landeslisten und Zweitstimmenanteile. Überhang- und Ausgleichsmandate können die Zahl erhöhen; in der Legislaturperiode 2021 bis 2026 saßen insgesamt 79 Abgeordnete im Landtag.
Der Wahl-O-Mat startete erstmals zur Bundestagswahl 2002. Seit 2003 steht er auch für Landtagswahlen und Europawahlen zur Verfügung und wurde seither mehr als 160 Millionen Mal genutzt. Die bpb betont, dass das Tool lediglich der Information dient und keine Wahlempfehlung darstellt. Kritiker weisen auf strukturelle Grenzen hin: Die Auswahl der 38 Thesen entscheide mit, welche Themen sichtbar werden. Parteien mit klaren, kontrastreichen Positionen schnitten tendenziell besser ab als solche, die auf Kompromiss setzen.
Neben dem Wahl-O-Mat prägen weitere Entwicklungen den Wahlkampf. Die CDU kämpft in Mecklenburg-Vorpommern um den Einzug in den Landtag und liegt in Umfragen nahe der Fünfprozenthürde. Die Demokratie-Aktivistin Theresia Crone beklagte im Deutschlandfunk ein aufgeheiztes gesellschaftliches Klima; auf andere Meinungen werde häufig mit Hass reagiert. Aktuelle Umfragen sehen die AfD knapp vor der SPD.