Zeitreise-Filme gehören zu den beliebtesten Genres der Popkultur. Doch eine Diskussion in der Film-Community auf Reddit macht auf ein Muster aufmerksam: In den meisten Geschichten reist entweder jemand aus der Gegenwart in die Vergangenheit oder Zukunft, oder Figuren aus anderen Epochen landen in unserer heutigen Welt. Filme, die komplett ohne die Gegenwart auskommen, sind offenbar die Ausnahme.
Der Nutzer, der die Frage aufwarf, nennt «The Time Machine» von 2002 mit Guy Pearce als einziges Beispiel. In dieser Verfilmung stammt der Protagonist aus dem späten 19. Jahrhundert und reist weit in die Zukunft. Auch die Serie «Outlander» wird genannt, in der die Zeitreise von den 1940er-Jahren in die 1700er führt. Der Film «Dark Shadows» wird ebenfalls erwähnt, allerdings mit Einschränkung: Dort wacht eine Figur aus dem 19. Jahrhundert in den 1960er-Jahren auf, ohne dass eine eigentliche Zeitreise stattfindet.
Die Beobachtung wirft ein Schlicht auf die Erzählstruktur des Genres. Zeitreise dient oft als Brücke zwischen der vertrauten Gegenwart des Publikums und einer fremden Epoche. Die Gegenwart fungiert dabei als Anker, von dem aus die Reise beginnt oder in die sie zurückführt. Filme, die diesen Anker weglassen, müssen ihre Geschichte anders aufbauen – etwa indem sie eine Figur aus einer vergangenen Zeit als Ausgangspunkt nehmen und deren Perspektive auf eine ferne Zukunft richten.
Die Diskussion zeigt auch, wie sehr das Genre von Wiederholungen geprägt ist. Immer wiederkehrende Muster wie der Wissenschaftler, der in die Vergangenheit reist, um die Geschichte zu ändern, oder der Besucher aus einer anderen Zeit, der die Gegenwart durcheinanderbringt, dominieren das Kino. Die Suche nach Ausnahmen ist deshalb nicht nur eine Frage des Geschmacks, sondern auch eine nach erzählerischer Vielfalt.
Ob die kurze Liste tatsächlich vollständig ist, bleibt offen. Die Diskussion auf Reddit ist ein Beispiel für den Austausch unter Filmfans, die gemeinsam nach Nischen suchen. Wer weitere Beispiele kennt, ist eingeladen, sie zu teilen. Fest steht: Die Gegenwart ist im Zeitreisefilm schwer zu umgehen – und genau das macht die Ausnahmen so interessant.