Knapp fünf Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich in den Umfragen ein klarer Trend ab: Die AfD bleibt mit 36 Prozent stärkste Kraft, während die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig auf 29 Prozent kommt. Das ergibt eine repräsentative Insa-Befragung für den Neubrandenburger „Nordkurier“ vom 13. August. Die CDU liegt demnach unverändert bei zehn Prozent, die Linke bei elf Prozent und die Grünen bei fünf Prozent.
Die Umfrage zeigt zugleich, dass eine rot-rot-grüne Koalition aus SPD, Linken und Grünen zusammen auf 45 Prozent der Stimmen käme. AfD und CDU erreichen gemeinsam zwar 46 Prozent, doch die Christdemokraten schließen sowohl eine Koalition mit der AfD als auch eine Zusammenarbeit mit der Linken aus. Damit zeichnet sich rechnerisch eine Fortsetzung des bisherigen Regierungsbündnisses als wahrscheinlichste Option ab, sofern die Parteien die Fünfprozenthürde überschreiten.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verliert im Vergleich zur Juni-Umfrage zwei Punkte und kommt nur noch auf drei Prozent. Die FDP verharrt ebenfalls bei drei Prozent und würde damit ebenso wie das BSW an der Fünfprozenthürde scheitern. Insa gibt die Fehlertoleranz mit plus/minus 3,1 Prozentpunkten an. Die Daten beruhen auf einer Onlinebefragung von 1.000 Menschen vom 4. bis 11. August.
Eine weitere Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR, erhoben vom 2. bis 6. Juli und veröffentlicht am 9. Juli, bestätigt den Trend: Auch dort führt die AfD mit Spitzenkandidat Leif-Erik Holm mit 36 Prozent vor der SPD mit 29 Prozent. Die Linke erreicht zwölf Prozent, die CDU neun Prozent und die Grünen fünf Prozent. BSW und FDP lägen demnach mit vier beziehungsweise unter drei Prozent unter der Fünfprozenthürde.
Die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern findet am 20. September 2026 statt. 19 Parteien stehen auf dem Stimmzettel, insgesamt bewerben sich 313 Kandidatinnen und Kandidaten um einen Sitz im Schweriner Landtag. Wahlberechtigt sind alle Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft, die zum Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens 37 Tagen ihren Hauptwohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern haben und nicht durch Richterspruch vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.
Bundesweit zeigt eine aktuelle Umfrage des ZDF-„Politbarometers“ der Forschungsgruppe Wahlen eine deutliche Ablehnung einer AfD-geführten Landesregierung in Ostdeutschland. 64 Prozent der Befragten würden es negativ bewerten, wenn die AfD nach den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern das Amt des Ministerpräsidenten beanspruchen würde. In Westdeutschland lehnen 66 Prozent einen AfD-Ministerpräsidenten ab, in den ostdeutschen Bundesländern sind es 53 Prozent. Bundesweit sprechen sich 23 Prozent für einen AfD-Ministerpräsidenten aus, elf Prozent ist die Frage egal.
60 Prozent der Befragten sind laut der Umfrage überzeugt, dass eine AfD-geführte Landesregierung zu einer schlechteren Politik in dem jeweiligen Bundesland führen würde. Nur 17 Prozent glauben an eine Verbesserung, ebenso viele erwarten keinen nennenswerten Unterschied. Die Forschungsgruppe Wahlen weist darauf hin, dass die sogenannte Sonntagsfrage lediglich die aktuelle politische Stimmung abbildet und keine verlässliche Prognose über den tatsächlichen Wahlausgang erlaubt.