Celtic Glasgow hat eine historische Blamage in der Champions-League-Qualifikation erlitten. Der schottische Meister verspielte im Playoff-Rückspiel bei LASK Linz einen Vier-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel und verlor mit 1:5. Damit verpasste Celtic zum zweiten Mal in Folge den Einzug in die Ligaphase der Königsklasse und erleidet einen finanziellen Rückschlag in zweistelliger Millionenhöhe.
Nach dem 4:0-Erfolg im Hinspiel in Glasgow schien die Entscheidung bereits gefallen zu sein. Callum McGregor brachte die Schotten in der 21. Minute mit einem abgefälschten Schuss sogar mit 4:0 in der Addition in Führung. Doch was danach folgte, war einer der schwärzesten europäischen Abende in der Vereinsgeschichte von Celtic. LASK drehte die Partie in Linz vollständig und zog durch den 5:1-Sieg noch in die Ligaphase ein.
Der Kollaps der Gäste begann noch vor der Pause. Ein Eigentor leitete die Wende zugunsten der Österreicher ein, die mit neuem Selbstvertrauen in die zweite Halbzeit gingen. Nach dem Seitenwechsel dominierte LASK die Partie nach Belieben und erzielte weitere Treffer. Celtic fand gegen die aggressive Spielweise der Hausherren kein Mittel und musste sich am Ende mit 1:5 geschlagen geben. In der Summe stand es 4:4, wobei LASK aufgrund der Auswärtstorregel beziehungsweise der besseren Platzierung im Gesamtergebnis die Nase vorn hatte.
Für Celtic bedeutet das Aus eine schwere wirtschaftliche Belastung. Die Qualifikation für die Ligaphase der Champions League hätte dem Verein Einnahmen von mehr als 20 Millionen Pfund beschert. Diese Summe fehlt nun im Budget des schottischen Rekordmeisters. Sportlich bleibt Celtic die Europa League, ein Trostpreis, der angesichts der Führung aus dem Hinspiel wie eine Niederlage wirken dürfte.
Trainer Martin O'Neill, der die Mannschaft in das entscheidende Spiel in Österreich geführt hatte, steht nun vor der Aufgabe, die Mannschaft nach diesem Schock wieder aufzurichten. Die Art und Weise des Ausscheidens wird in Glasgow noch lange nachhallen. Die Fans, die ihre Mannschaft nach Linz begleitet hatten, mussten eine der bittersten Niederlagen der jüngeren Vereinsgeschichte miterleben.
LASK hingegen feiert den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Der österreichische Klub hatte nach der klaren Hinspielniederlage kaum noch jemand auf dem Zettel, zeigte aber im Rückspiel eine beeindruckende Moral und belohnte sich mit dem erstmaligen Einzug in die Ligaphase der Champions League. Für den Fußball in Österreich ist dies ein weiterer Beleg für die gestiegene Qualität der Liga, die in den vergangenen Jahren regelmäßig für Überraschungen auf europäischer Bühne sorgt.