US-Präsident Donald Trump hält an seinem Vorhaben fest, einen öffentlichen Golfplatz in der US-Hauptstadt Washington neu zu gestalten. Die »Washington Post« berichtete über ein mehr als 50-seitiges Dokument für die geplante Golfanlage, die auch Profiturniere ausrichten können soll. Die Pläne summieren sich nach Angaben der Zeitung auf mehr als 300 Millionen Dollar.
Nach Darstellung des Blatts bleiben jedoch zentrale Fragen unbeantwortet, etwa wie lange die Bauarbeiten dauern sollen. Gegen die Umgestaltung regt sich Protest. Der Golfplatz ist mehr als hundert Jahre alt und gilt als öffentliche Anlage in der US-Hauptstadt. Im Vormonat hatte ein Gericht Baumrodungen auf dem historischen Gelände gestoppt, die im Zuge der Pläne vorgesehen waren. Die Entscheidung unterbrach damit zunächst die vorbereitenden Arbeiten auf dem Gelände.
Trump, der vor seinem Wechsel in die Politik als Immobilienentwickler Karriere machte, sorgt derzeit mit mehreren Bauprojekten in Washington für Aufsehen. Dazu gehören Pläne für einen Triumphbogen sowie für einen Ballsaal an der Stelle des historischen Ostflügels des Weißen Hauses. Die Golfpläne fügen sich damit in eine Reihe umstrittener Vorhaben ein, die das Stadtbild der Hauptstadt verändern würden. Der Präsident gilt zudem als passionierter Golfspieler, was der Debatte um das Projekt eine persönliche Note verleiht.
Die Diskussion über die Golfanlage fällt in eine Phase, in der die Regierung in Washington auch an anderen Fronten unter Druck steht. Am selben Tag standen weitere politische Entwicklungen im Mittelpunkt der Berichterstattung, darunter Äußerungen zur Außenpolitik gegenüber dem Iran. Der ultrakonservative US-Kommentator Tucker Carlson, ein einstiger Trump-Vertrauter, deutete auf der Plattform X an, dass im Fall weiterer US-Angriffe gegen den Iran der Einsatz von Nuklearwaffen denkbar sei. »Die einzige militärische Option ist ein Atomschlag«, erklärte er.
Trump selbst hatte zuvor neue Angriffe auf Ziele im Iran nach den Kongresswahlen ins Gespräch gebracht. Die Äußerung Carlsons hat damit die Debatte über das Vorgehen der USA in der Region zugespitzt, ohne dass Details zu einer konkreten militärischen Planung genannt wurden. Für die Innenpolitik bleibt entscheidend, wie der Streit um den Golfplatz ausgeht, denn das Projekt berührt sowohl Fragen der öffentlichen Nutzung als auch die Frage, wie weit die Regierung bei Bauvorhaben in der Hauptstadt gehen darf.