Die Lufthansa hat im dritten Quartal ihren Gewinn gesteigert, obwohl die Kosten für Kerosin deutlich gestiegen sind. Die Mehrausgaben für den Treibstoff summieren sich nach Angaben aus den Berichten auf mehr als eine halbe Milliarde Euro. Dass unter dem Strich dennoch ein höheres Ergebnis steht, hat das Unternehmen vor allem den gestiegenen Ticketpreisen zu verdanken.
Die Entwicklung zeigt, wie stark die Luftfahrtbranche derzeit auf Preissteigerungen setzt, um hohe Betriebskosten auszugleichen. Kerosin zählt zu den größten Kostenposten im Luftverkehr, Schwankungen beim Treibstoffpreis wirken sich daher unmittelbar auf die Bilanzen der Fluggesellschaften aus. Dass die Lufthansa die Mehrkosten zumindest teilweise an die Kundschaft weitergeben konnte, verschafft ihr einen Spielraum, der nicht allen Wettbewerbern in gleichem Maß zur Verfügung steht.
Der Gewinnanstieg trotz hoher Energiekosten ist zugleich ein Hinweis auf die Wirtschaftlichkeit des Konzerns. Ob sich die Preisstrategie langfristig halten lässt, hängt davon ab, wie sich Nachfrage und Treibstoffkosten in den kommenden Monaten entwickeln. Dazu lassen sich in den vorliegenden Angaben keine verlässlichen Prognosen finden.
Die Meldung stammt aus einem Unternehmensliveblog, der zugleich über weitere Entwicklungen aus der Wirtschaft berichtete. Der Spezialchemiekonzern Evonik legte nach den dort genannten Angaben ebenfalls deutlich zu. Der Autozulieferer Schaeffler schließt vier Standorte in Deutschland, und der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hob seine Jahresziele an. Der Gewinn beim Spezialchemiekonzern FMC wurde durch den Umbau des China-Geschäfts gedrückt. Zudem meldete das KI-Unternehmen Anthropic kurz vor einem geplanten Börsengang ein Umsatzplus von 1100 Prozent. Diese Meldungen zeigen ein breites Bild einer Wirtschaft, in der sich Unternehmen unterschiedlich auf Kosten- und Marktlagen einstellen.
Für die Reisenden bedeutet die Entwicklung, dass Flugtickets trotz der hohen Betriebskosten nicht günstiger geworden sind. Wie stark sich die höheren Preise in den einzelnen Tarifen niederschlagen, geht aus den Quellen nicht im Detail hervor. Klar ist, dass die Lufthansa den Kostendruck beim Kerosin bislang über ihre Erlöse abfedern konnte.