Der britische Schauspieler Kit Harington hat seine ablehnende Haltung gegenüber einer möglichen Rückkehr als Jon Snow revidiert. In der Podcast-Sendung «Happy, Sad, Confused» sagte Harington, er könne sich inzwischen vorstellen, dass «eine Welt existiert, in der etwas funktionieren könnte». Noch vor einem Jahr hatte er auf die Frage nach einer erneuten Verkörperung der Figur geantwortet: «Nein, um Gottes willen, nein. Ich will da nicht in die Nähe kommen. Ich habe zehn Jahre damit verbracht.»
Das Jon-Snow-Spinoff war bei HBO über mehrere Jahre entwickelt worden, bevor es endgültig verworfen wurde. Die geplante Serie sollte nach dem Ende der Hauptserie spielen und eine düstere Geschichte erzählen: Jon Snow kehrt in die nördliche Wildnis zurück, geplagt von Trauer und einer posttraumatischen Belastungsstörung. Er sollte seinen Direwolf Ghost und sein Schwert Longclaw zurücklassen und damit beginnen, Hütten zu bauen, nur um sie anschließend wieder niederzubrennen. Der Autor George R.R. Martin hatte zudem berichtet, Harington habe gefordert, seine Figur sterben zu lassen, um zu vermeiden, dass sie zum Helden werde.
Harington erklärte nun, er habe die Entwicklung etwa zwei Jahre lang begleitet und sei von Anfang an überzeugt gewesen, dass es ein solches Projekt geben könne. «Ich wäre gar nicht erst eingestiegen, wenn ich nicht daran geglaubt hätte», sagte er. Zugleich habe er gemeinsam mit HBO und Martin betont, dass man lieber auf die Serie verzichten sollte, als eine falsche Geschichte zu erzählen. Nach einiger Zeit sei es schließlich er selbst gewesen, der gesagt habe: «Ich glaube, das ist nicht der richtige Zeitpunkt.»
Im Rückblick hält Harington diese Entscheidung für richtig. Er habe sich in der Zwischenzeit anderen Projekten gewidmet und dadurch wieder ein entspannteres Verhältnis zu der Figur und der Welt von Game of Thrones gewonnen. «Ich bin mit dieser Figur und dieser Welt wieder vertrauter, so wie sie jetzt in meinem Leben steht», sagte er. Das Jon-Snow-Spinoff bleibt zwar offiziell abgesagt, doch HBO soll laut Berichten über eine mögliche Ersatz-Fortsetzung nachdenken, die sich auf Arya Stark konzentrieren könnte. Ob Harington dort als Jon Snow auftauchen würde, ist offen.
Die Äußerungen markieren eine deutliche Wende in Haringtons Verhältnis zu seiner bekanntesten Rolle. Nach dem Ende von Game of Thrones im Jahr 2019 hatte der Schauspieler mehrfach betont, wie sehr ihn die jahrelange Verkörperung geprägt und zeitweise belastet habe. Umso bemerkenswerter ist seine jetzige Formulierung, die zumindest die Tür für eine Zukunft der Figur einen Spalt weit offen lässt. Eine konkrete Zusage für ein neues Projekt gibt es jedoch nicht.