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Putin setzt auf Verhandlungen, während Russlands Armee im Donbass stockt

Russlands Armee kommt im Donbass kaum voran, doch Wladimir Putin eröffnen sich diplomatische Chancen, weil die USA den Druck auf Kiew erhöhen und europäische Regierungen wieder das Gespräch mit Moskau suchen.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung unter der redaktionellen Verantwortung von Haydamax OÜ erstellt.

Russland kommt seinen Zielen im Donbass nicht näher. Stattdessen eröffnen sich Wladimir Putin diplomatische Chancen im Ukraine-Krieg. Die Frage lautet nun, ob er am Verhandlungstisch erreichen kann, was seiner Armee auf dem Schlachtfeld bislang nicht gelingt.

Anlass für Putins Auftritt vor der Presse in Moskau war eigentlich ein anderer. Der russische Präsident hatte Staats- und Regierungschefs aus Afrika empfangen und wollte über wirtschaftliche Zusammenarbeit und neue Partnerschaften sprechen. Nach dem Russland-Afrika-Gipfel richtete er jedoch auch eine Warnung an Europa. Russland sei auf einen Krieg mit Europa vorbereitet, erklärte Putin. Sein Land wolle zwar keinen solchen Konflikt, doch sollte sich die Lage weiter zuspitzen, werde es keine Gewinner geben.

Konkreter wurde Putin mit Blick auf die Ostsee. Er warnte vor einer Entwicklung wie in der Straße von Hormus und kündigte an, Russland werde auf jede Herausforderung reagieren. Hintergrund ist, dass die europäischen Ostseestaaten härter gegen Schiffe der russischen Schattenflotte vorgehen wollen. Der Präsident droht den europäischen Nato-Staaten damit indirekt mit Krieg und weiterer Eskalation, während seine Armee seit mehr als viereinhalb Jahren Krieg gegen die Ukraine führt.

Russlands militärische Lage ist deutlich weniger günstig, als Putins Auftritt vermuten lässt. Seine Truppen haben den Donbass trotz jahrelanger Angriffe nicht vollständig erobert. An mehreren Frontabschnitten stockt die Offensive, und ukrainische Einheiten gewinnen stellenweise sogar Gelände zurück.

Gerade deshalb könnte Putin politisch profitieren. US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Kiew, und europäische Regierungschefs suchen wieder das Gespräch mit Moskau. Für den Kreml eröffnet sich damit die Möglichkeit, bei Verhandlungen Zugeständnisse zu erhalten, die seine Soldaten bislang nicht erzwingen konnten.

Im Donbass versucht Russland nach wie vor, die ukrainischen Verteidigungsstellungen rund um Slowjansk, Kramatorsk und Kostjantyniwka zu überwinden. Diese Städte bilden den sogenannten Festungsgürtel der ukrainischen Verteidiger. Solange die ukrainische Armee diesen Gürtel hält, bleibt die vollständige Eroberung der Region Donezk für Putin außer Reichweite.

Nach Einschätzung der amerikanischen Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) haben ukrainische Truppen mit der Operation «Vivaldi» im Raum Lyman mehr als 270 Quadratkilometer Gelände zurückgewonnen. Damit durchkreuzten sie den russischen Plan, den ukrainischen Festungsgürtel im Donbass einzukesseln. Von einem allgemeinen russischen Rückzug kann allerdings keine Rede sein. Südöstlich von Dobropillja gelangen russischen Verbänden kleinere Vorstöße. Die Armee greift weiterhin mit Infanterie, Drohnen und Gleitbomben an und setzt an einigen Frontabschnitten die ukrainischen Stellungen erheblich unter Druck.

Einzelne Geländegewinne reichen jedoch nicht aus, um den gesamten Donbass zu erobern. Der Kreml verlangt von der Ukraine Gebietsabtretungen, die über die gegenwärtige russische Kontrolle hinausgehen. Kiew würde eigenes Staatsgebiet und seine stärksten Verteidigungsanlagen nur dann aufgeben, wenn es belastbare Sicherheitsgarantien von den Nato-Staaten erhält. Bislang hat sich Russland darauf nicht eingelassen.

Die Ukraine versucht deshalb, den Druck auf Moskau zu erhöhen, und greift immer häufiger Ziele weit hinter der Front an. Präsident Wolodymyr Selenskyj meldete am Donnerstag die Zerstörung zweier russischer Kampfflugzeuge vom Typ Su-34 auf dem Militärflugplatz Marinowka im Gebiet Wolgograd. Auch eine Startrampe für Iskander-Raketen soll beschädigt worden sein. Solche Angriffe sollen russische Luftabwehrsysteme binden und militärische Einrichtungen treffen, von denen aus der Krieg gegen die Ukraine unterstützt wird. Moskau muss so sein eigenes Hinterland schützen, wobei militärisches Gerät und Soldaten in Russland gebunden sind. Wie stark diese Angriffe die russische Kriegsführung schwächen, ist bislang unklar.

Die Angriffe treffen Russland auch wirtschaftlich. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur sank die Rohölverarbeitung in russischen Raffinerien im Juni um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Benzinproduktion lag zeitweise 20 Prozent unter dem Niveau von 2025, die Dieselproduktion fast 30 Prozent. Moskau musste Treibstoffexporte einschränken, um Engpässe im Inland abzufedern. Inzwischen konnte Russland einen Teil der Ausfälle ausgleichen, weil im Oktober mehr produziert wurde. Die Ukraine hat die Angriffe auf Raffinerien mittlerweile ausgesetzt.

Andere Bereiche der russischen Wirtschaft werden weiterhin angegriffen. Im Oktober wurden drei Rechenzentren des Technologiekonzerns Yandex sowie Anlagen der Sberbank und des Internetunternehmens VK von ukrainischen Drohnen getroffen. Yandex musste zwei Standorte vollständig abschalten. Zeitweise waren Navigationsdienste, Taxibestellungen, Onlinezahlungen und Cloud-Anwendungen gestört, was zahlreiche Unternehmen und Verbraucher zu spüren bekamen.

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