Walt Disney World bereitet sich auf die größte Erweiterung seiner fast 55-jährigen Geschichte vor. Mit Villains Land, dem Cars-Themenbereich Piston Peak und Monstropolis aus Monsters, Inc. entstehen gleich mehrere neue Areale. Doch während der Konzern an neuen Welten baut, zeigt sich ein zweiter Schwerpunkt: die behutsame Erneuerung historischer Attraktionen. Ein aktuelles Beispiel dafür ist The Magic of Disney Animation in den Hollywood Studios, die am 14. September ihre große Eröffnung feiert.
Die Attraktion ersetzt die in die Jahre gekommene Star Wars Launch Bay und ist bereits die zweite Version dieses Namens. Schon früher konnten Gäste in den Studios den Animatorinnen und Animatoren bei der Arbeit zusehen und verfolgen, wie aus einer Idee ein weltweiter Kinoerfolg wird. Damals entstanden dort Filme wie Lilo & Stitch, Mulan und Brother Bear. Diese Mission bleibt erhalten, auch wenn das Animationsstudio selbst nicht mehr vor Ort ist. Stattdessen wird die Geschichte nun auf neue Weise erzählt.
Als Vorbild dient der Kurzfilm Once Upon a Studio, der 2023 zum 100-jährigen Bestehen der Walt Disney Company erschien und Figuren aus dem gesamten Animationskatalog zusammenbringt. In der Attraktion haben die Animatorinnen und Animatoren Mittagspause gemacht, und die Charaktere sind zum Leben erwacht, um die Gäste zu begrüßen. Besucherinnen und Besucher können einen überdachten, klimatisierten Alice im Wunderland-Spielplatz nutzen, der zugleich ein Tribut an Disney-Legende Mary Blair ist. Dort gibt es ausreichend Sitzgelegenheiten für Erwachsene und Ladestationen. Zudem läuft Once Upon a Studio, während Porträts an den Wänden lebendig werden und auf das Geschehen auf der Leinwand reagieren. In Räumen, die den verschiedenen Phasen der Filmanimation nachempfunden sind, lassen sich Figuren treffen: Mulan im Bereich Story, Rapunzel im Layout und Stitch im Bereich Effects.
Ein besonderes Erlebnis ist Olaf Draws. Hier bringt eine Audio-Animatronics-Figur von Olaf gemeinsam mit auf dem Bildschirm auftretenden Disney-Legenden den Gästen bei, wie man Mickey, den Genie oder Olaf selbst zeichnet. Was zunächst wie eine unterhaltsame Abwechslung im Florida-Klima wirkt, kann zu einem nachhaltigen Erlebnis werden. Ein Vater berichtet, wie sein siebenjähriger Sohn in einem Frozen-Schlitten Platz nahm und konzentriert jeden Bleistiftstrich setzte. Er habe Fehler gemacht, sich darüber geärgert und gelernt, sie selbst zu korrigieren. Als Olaf einen Witz machte, habe der Junge gelacht. Am Ende habe er stolz seinen Namen unter die Zeichnung gesetzt und sie der Familie gezeigt. Für den Vater war es ein Moment, den er für immer im Herzen tragen wird.
Die Attraktion strahlt auch auf den Außenbereich aus. Der Hof ist dem Roy E. Disney Animation Building in Burbank, Kalifornien, nachempfunden. Dort stehen Figurenstatuen von Pua, Thumper und Meeko, dazu Betonplatten im Stil des Grauman’s Chinese Theatre mit Hand- und Pfotenabdrücken verschiedener Charaktere. Wreck-It Ralphs Abdruck nimmt vier Quadrate ein, Simbas Pfote liegt innerhalb von Mufasas Abdruck. Hinzu kommen Figuren, die drinnen und draußen auftauchen und Familien überraschen können. So störten Alice und der Mad Hatter eine Unbirthday-Party auf dem Spielplatz, Rapunzel spielte Duck, Duck, Goose mit Kindern im Hof, und Pluto posierte neben einer Nachbildung des Pluto’s Corner-Schilds.
Im Inneren finden sich Disney-Musik, Konzeptzeichnungen, historische Bilder und ein Modell eines Animator-Büros, in dem Stitch auf einem Stuhl herumwirbelt, HeiHei aus einer Mülltonne lugt und Mushu und Cri-Kee Fix-It Felix spielen. Zahlreiche Anspielungen auf die Disney-Geschichte machen die Attraktion zu einer Art Museum, in dem Figuren Gegenstände gestiftet haben: Maui seinen Fischhaken, Elsa ihren Orb und ihr Zepter und vieles mehr. Diese Mischung aus Erbe und Fürsorge habe es in dieser Form zuvor nicht gegeben, heißt es.
Mit der Eröffnung am 14. September wird sich zeigen, wie das Publikum die neue Attraktion annimmt. Beobachter rechnen mit großem Andrang, da der klimatisierte Bereich zum Ausruhen, für Charaktertreffen und zum Spielen einlädt. Die Hoffnung ist, dass möglichst viele Gäste die Attraktion so erleben können, wie sie gedacht ist.