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Dan Houser will GTA 6 nicht spielen – aus kreativen Gründen

Der ehemalige Rockstar-Chef Dan Houser plant nicht, GTA 6 zu spielen. Er wolle sich nicht von anderen Open-World-Spielen beeinflussen lassen, während er bei Absurd Ventures an zwei neuen Projekten arbeitet.

Dan Houser, ehemaliger Co-Chef von Rockstar Games und langjähriger Kreativdirektor der Grand-Theft-Auto-Reihe, hat erklärt, dass er nicht vorhat, GTA 6 zu spielen. Der Grund ist nicht Desinteresse, sondern eine bewusste kreative Entscheidung: Er wolle sich nicht von anderen Open-World-Spielen beeinflussen lassen, während er an seinen neuen Projekten arbeitet.

Im Gespräch mit Variety sagte Houser, er verbringe bereits einen Großteil seiner Zeit damit, Open-World-Spiele zu entwickeln, und den Rest damit, innovative Wege für deren Vermarktung zu finden. Deshalb müsse er nicht sehen, was andere machen. «Ich versuche immer, über neue Wege nachzudenken, anstatt mich in einem Vergleich damit zu verlieren, was ich anders gemacht hätte», so Houser. Es sei nie seine Aufgabe gewesen, zu verstehen, was alle anderen tun. Stattdessen wolle er Neues finden, das es noch nicht gegeben habe.

Houser zog einen Vergleich zu seiner Zeit bei Rockstar: Als er an Red Dead Redemption arbeitete, habe er keinen einzigen weiteren Western mehr gesehen. Auch die Serie The Sopranos habe er erst nach seinem Ausscheiden bei Rockstar vollständig geschaut. Eine Folge habe er damals gesehen, weil er und seine damalige Freundin und heutige Frau das Finale live verfolgten. Den Rest habe er während der Corona-Pandemie nachgeholt. «Ich bin dankbar. Sie ist so gut, dass sie alles, was ich bei GTA gemacht habe, durcheinandergebracht hätte, wenn ich sie damals gesehen hätte», sagte er. Er versuche, Dinge zu vermeiden, von denen er glaube, dass sie ihn zu stark beeinflussen könnten.

Auch beim Spielen anderer Open-World-Titel empfindet Houser eine Ablenkung. Er könne fast in Echtzeit die Stärken und Schwächen der Teams dekonstruieren. «Ich denke immer: ‚Ihr Animationsteam ist schwach, aber das Spieldesign ist fantastisch.‘ Und: ‚Oh, ich kann mir das Meeting vorstellen, in dem sie dieses Feature diskutiert haben.‘» Er sehe sich selbst nicht als Game Designer, sondern als eine Art Kreativdirektor. Deshalb suche er ständig nach neuen Dingen, die noch nicht gemacht wurden, oder lasse sich von älteren Medien inspirieren.

Housers neues Unternehmen Absurd Ventures arbeitet derzeit an zwei Spielen. Das Studio hat bereits die Graphic-Novel-Reihe American Caper veröffentlicht. Die doppelt so umfangreiche Ausgabe des Staffelfinales erscheint nächsten Monat – eine Woche vor GTA 6 – zusammen mit dem Buch A Better Paradise. Houser hatte diese Projekte bereits bei einem Gespräch auf der LA Comic-Con im vergangenen Jahr erwähnt.

Die Enthüllung ist bemerkenswert, da Houser als Mitbegründer und kreativer Kopf hinter einigen der erfolgreichsten Open-World-Spiele der Geschichte gilt. Sein Verzicht auf das Spielen von GTA 6 unterstreicht seinen Anspruch, eigene kreative Wege zu gehen und sich nicht von der Konkurrenz oder dem eigenen früheren Werk beeinflussen zu lassen. Für Fans und Beobachter der Branche bleibt abzuwarten, wie sich diese Haltung auf die beiden neuen Spiele von Absurd Ventures auswirken wird.

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