Die Filmadaption von Kazuo Ishiguros Roman «Klara and the Sun» unter der Regie von Taika Waititi hat bei der Fachpresse überwiegend negative Reaktionen ausgelöst. Zum Start der Kritikenphase verzeichnet die Bewertungsplattform Rotten Tomatoes eine Zustimmungsrate von 20 Prozent basierend auf zehn Kritiken bei einer Durchschnittsbewertung von 3,60. Auf Metacritic liegt der Film bei 27 von 100 Punkten aus acht Kritikerwertungen. Der Film soll am 23. Oktober 2026 in den Kinos anlaufen und hat eine Laufzeit von 116 Minuten.
Die Kritiker bemängeln vor allem den Ton des Films. David Jenkins von Little White Lies vergibt 1 von 5 Sternen und schreibt, das potenziell reichhaltige Thema werde von Waititi verschenkt, der die Angewohnheit habe, jeden Ansatz von Tiefgründigkeit mit einem Schuss albernen Humors zu unterlaufen. Peter Bradshaw vom Guardian bewertet den Film ebenfalls mit 1 von 5 Sternen und spricht von einer «unerträglich manierierten, unsäglich gespielten» Produktion, in der Waititi eine Explosion postmoderner Skurrilität und ironischer Tolpatschigkeit zünde. Tim Robey vom Daily Telegraph vergibt 1 von 5 Sternen und kritisiert, Ishiguros Gedanken zum Verhältnis von Technologie und Menschheit würden «wie thematisches Konfetti» weggeworfen. Es sei schwer zu begreifen, was Waititi sich dabei gedacht habe, die Dinge auf Komik anzulegen.
Auch Kevin Maher von The Times schließt sich mit 1 von 5 Sternen an und nennt den Film «hoffnungslos, glatt und verlogen», voller «grobem Hallmark-Gefühl». Er sei von einer Vielzahl früherer Roboter-Gefährten-Filme übertroffen worden. Clarissay Loughrey von The Independent vergibt 2 von 5 Sternen und merkt an, das Buch habe davon gehandelt, wer wir im Kern seien, heute und morgen. Der Film hingegen handle von der Kraft der Liebe und Freundschaft, was sie als deutliche Herabstufung wertet.
Es gibt jedoch auch vereinzelte wohlwollendere Stimmen. Matt Rodgers von Flickering Myth bewertet den Film mit 3 von 5 Sternen und bezeichnet ihn als «reizvolle kleine Fabel der Hoffnung» darüber, was es bedeute, menschlich zu sein. Getragen werde sie von einer entzückenden Leistung von Jenna Ortega, die den Film gerade noch sehenswert mache. Clotilde Chinnici von Loud and Clear vergibt ebenfalls 3 von 5 Sternen, bemängelt aber, dass die Adaption unter der mangelnden Erkundung ihrer Kernthemen und erheblichen Schwierigkeiten beim Worldbuilding und der Einrichtung leide. Ben Gibbons von Screenrant gibt 5 von 10 Punkten und zeigt sich enttäuscht, dass der Film die Schönheit einer sorgfältig konstruierten dystopischen Erzählung nicht einfange und stattdessen eine «ham-fisted Sci-Fi-Komödie mit hohler Botschaft» biete.
Der Film erzählt die Geschichte von Klara, einer künstlichen Intelligenz und Freundin, die nichts mehr möchte, als ein perfektes Zuhause zu finden. Sie trifft auf Josie, eine junge Frau, die eine angespannte Beziehung zu ihrer Mutter hat. Klaras unschuldige Neugier und unerschütterliche Loyalität beginnen, die Familie zu heilen und etwas Licht in Josies komplizierte Welt zu bringen. Zur Besetzung gehören neben Jenna Ortega und Amy Adams auch Natasha Lyonne, Steve Buscemi, Mia Tharia und Aran Murphy.
Die Verfilmung von Ishiguros Roman galt im Vorfeld als eines der ambitionierteren Projekte des Jahres, nicht zuletzt wegen der Besetzung und der Regie von Taika Waititi, der für seinen eigenwilligen Humor bekannt ist. Die Kritiken deuten nun darauf hin, dass genau dieser Stil bei der Umsetzung des Stoffes auf breite Ablehnung stößt. Ob das Publikum ab dem 23. Oktober 2026 anders urteilt, wird sich zeigen.