Die Dokumentation «You Can See Everything» von A24 über Elizabeth Holmes und die DC-Comicverfilmung «Clayface» kämpfen am Halloween-Wochenende um Platz eins der nordamerikanischen Kinocharts. Beide Filme kommen nach ersten Hochrechnungen auf jeweils rund 10,5 Millionen Dollar. Am Sonntagmorgen meldete A24 für die Doku 10,6 Millionen Dollar, während Warner Bros. für «Clayface» 10,4 Millionen Dollar angab. Das Rennen ist damit so eng, dass sich der Spitzenplatz erst mit den endgültigen Zahlen entscheidet.
Laut den Branchenberichten lag «Clayface» am Halloween-Tag selbst mit 4,2 Millionen Dollar vorn, wenn man die Einzeltage betrachtet. Die Doku über die Gründerin des gescheiterten Blutanalyse-Unternehmens Theranos und den Journalisten und Komiker Nathan Fielder kam an diesem Tag nach Angaben von Deadline auf 3,58 Millionen Dollar. Für den Sonntag prognostizierten Branchenbeobachter der Doku erneut 3,45 Millionen Dollar. Dass sich das Ergebnis am Ende zugunsten der einen oder anderen Produktion verschiebt, halten die Auswertungen für möglich, weil die Zahlen noch nicht endgültig feststehen.
Insgesamt fiel das Wochenende eher ruhig aus. Die Auswertungen sprechen von einem verhaltenen Start, was angesichts des Feiertags nicht ungewöhnlich ist. Dass zwei sehr unterschiedliche Produktionen, ein Dokumentarfilm über einen spektakulären Wirtschaftsskandal und ein Comicabenteuer aus dem Umfeld der Superhelden, fast gleichauf liegen, zeigt, wie breit das Publikum an diesem Wochenende gestreut war. Warner Bros. setzt mit «Clayface» auf ein Publikum, das Monsterfilme und Comicstoffe gleichermaßen schätzt, während A24 mit der Holmes-Doku ein Thema aufgreift, das seit Jahren als Stoff für Serien, Podcasts und Bücher dient.
Auch abseits der Kinos war Halloween ein großes Thema in der Popkultur. Zahlreiche Musikerinnen und Schauspieler zeigten ihre Kostüme in den sozialen Netzwerken. Lizzo und Rita Ora verkleideten sich als Dolly Parton, die im August im Alter von 80 Jahren gestorben war. Lizzo schrieb dazu auf Instagram, sie singe «Jolene» für Parton, und erinnerte an deren Unterstützung in einer schwierigen Phase ihrer Karriere. Harry Styles feierte seine Halloween-Tradition «Harryween» mit zwei Konzerten im Madison Square Garden. Beim ersten Auftritt erschien er zunächst als Elvis Presley, wechselte dann in das Outfit seines X-Factor-Castings von 2010 und sang «Isn’t She Lovely», den Song, mit dem er damals vorgesprochen hatte. Lily Allen trat als Ticketmaster-Sitzplan mit blauen Punkten auf, die für unverkaufte Plätze stehen, und spielte damit auf den Begriff «blue dot fever» an, mit dem schwache Ticketverkäufe beschrieben werden. Anlass war die Verkleinerung mehrerer Hallen auf der nordamerikanischen Etappe ihrer «West End Girl»-Tour.
Janelle Monáe präsentierte bei ihrer «Wondaween»-Feier in Los Angeles zwei eigene Figuren, den «Amazing Phish Boy» und «Mother Creature». Heidi Klum erschien auf ihrer New Yorker Halloween-Party als riesige abgetrennte Hand, die nach ihrer eigenen Hand modelliert war, mit rot lackierten Nägeln und sichtbaren Sehnen. Nach Klums Angaben dauerte das Anlegen des Kostüms rund sechs Stunden, nach Monaten der Vorbereitung. Keke Palmer und ihr dreijähriger Sohn Leodis stellten die futuristischen Looks aus dem Video zu Janet und Michael Jacksons «Scream» von 1995 nach. Palmer schrieb dazu, es sei «ein weiterer Moment mit Mama und Sohn».